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Gründungsmitglieder

Die neun Dolomiten-Teilgebiete | Schlern-Rosengarten, Latemar

Beschreibung

Das Bergsystem erstreckt sich über eine Fläche von 9.302 Hektar und gehört zu den Provinzen Trient und Bozen.

Der Schlern befindet sich zwischen der Hochebene von Völs-Seis, dem Eisacktal, der Seiser Alm und dem Grödental. Der Pfeiler aus Dolomitstein erscheint je nach Perspektive wie ein riesiger Monolith mit ebenem Dach, vor dem die zwei Gipfel Santner (2.413 m) und Euringer in den Himmel ragen, oder als enorme Felsinsel, deren Schelfzone zu den darunterliegenden Weiden reicht, genauso wie sich vor Millionen Jahren das Atoll mit dem Meeresboden vereinigte. 

Der Rosengarten befindet sich zwischen dem Karerpass, dem Tierser Alpl und dem Fassatal. Sein Kennzeichen ist die scharfkantige Steilwand mit Türmen, Graten und Zacken. Zahlreiche Gipfel erreichen eine Höhe um 3000 Meter, wie der Kesselkogel (3002m), der Rosengarten (2981m), die Scalieretspitze (2887m), die berühmten Vajolet-Türme (2813m) und die ebenso bekannte Rotwand (2806m), deren Namen an die fantastischen Formen ihrer Gipfel erinnern. 
Dank des vielfältigen Gesteinsaufbaus und der leicht zugänglichen Aufschlüsse sowie der offensichtlichen Beziehungen zwischen Karbonatablagerungen und Vulkantätigkeit galt der Rosengarten seit dem 19. Jahrhundert als eine der bedeutendsten Stätten für das Studium der Stratigraphie der Trias.
 

Die Latemargruppe liegt weiter südlich und erstreckt sich über das Fleims- und das Fassatal im Trentino sowie das Eggental in Südtirol. Zahlreiche Gipfel säumen dieses fossile Atoll: die Croda di Lausa (2876m), die Latemar-Türme (2842m), die Latemarspitze (2791m), Cima di Val Bona (2822m), der Molignon (2820m) und das Eggenthaler Horn (2799m). Am faszinierenden nördlichen Randgebiet des Bergmassivs liegt der Karersee, in dessen smaragdgrünem Wasser sich die Latemar-Türme spiegeln.

Schutzgebiete

Schon vor 40 Jahren bemerkte man, dass das Gebiet des zukünftigen Naturparks und UNESCO-Dolomiten-Systems vor allem touristisch zu stark ausgebeutet wurde und dass die Einführung von Schutzmaßnahmen unbedingt notwendig war. Deshalb wurde 1974 der Naturpark Schlern-Rosengarten gegründet; er ist der älteste Naturpark in Südtirol. Der Naturpark erstreckt sich heute über eine Fläche von mehr als 7.000 Hektar. Das Schlerngebiet wurde schon seit frühester Zeit besiedelt und beeindruckt Besucher wie Einheimische durch seine abwechslungsreiche Landschaft mit Nadel- und Mischwäldern, Felsen, Geröllhalden, Weiden, Almen und kleinen Seen. Es ist auch von großem geologischem Interesse, da der Aufbau und die Entstehung der Dolomiten hier besonders gut nachvollzogen werden können. Die Flora bietet kleine Prachtexemplare wie die Moretti-Glockenblume oder die Dolomiten-Rapunzel, die interessantesten Vertreter der Fauna sind Rehe und Gämsen sowie Alpendohlen, Steinadler, Birkhühner und Auerhähne (www.provincia.bz.it/natura-territorio/temi/parchi-naturali.asp).

Geologie

Die Entstehung tropischer Inseln und von Vulkanen im dolomitischen Urmeer

Die Aufschlüsse der Gesteinsserie decken einen Zeitintervall von ungefähr 100 Mio. Jahre ab, der vom Perm bis zur späten Trias reicht (Ladinium und Karnium). Die drei Gruppen des Systems veranschaulichen die geologischen Ereignisse während der Zeitspanne Anisium-Ladinium-Karnium sehr gut, ebenso wie viele geometrische und strukturelle Aspekte verschiedener Tipologien fossiler Inseln. Die Geometrien, die durch Anlandung von Sedimenten (vertikales Wachstum) und Progradation, also seewärtiges, horizontales Wachstum der ladinischen und karnischen Inseln entstanden sind, sind hier noch gut sichtbar und deren Dynamik ist gut nachvollziehbar, darüber hinaus sind die geometrischen Verbindungen zwischen der Binnenlagune und dem Rand (Riff), sowie jene zwischen dem Randbereich (Riff) und der Unterwasserböschung gut erhalten. Im Schlern-Rosengarten-und-Latemar-System kann man die Heterotopie, also die gleichzeitig erfolgte Sedimentierung in verschiedenen Gebieten und die daraus folgenden sedimentären Beziehungen zwischen Tiefsee-Ablagerungen und fossilen Inseln sehr gut untersuchen.

Da die Aufschlüsse oft kilometerlang sind, kann man den Aufbau der Inseln und ihre Wachstumsdynamik hier sehr gut erkennen. Die Tiefsee-Ablagerungen der verschiedenen Phasen der Entwicklung des Trias-Archipels sind reich an Fossilien, Zeugen des üppigen Lebens dieser Meere. Das Gebiet zeichnet sich darüber hinaus auch besonders durch die diffuse Präsenz von Vulkangestein aus, das in enger Beziehung mit dem Sedimentgestein steht (Vulkanaktivität in der mittleren Trias). Diese Assoziation macht die Region aufgrund der deshalb beachtlichen Konzentration an Mineralien (Schlern, Latemar)  interessant. Hinzu kommt, dass die Auswirkungen des Vulkanismus und der Tektonik der Trias von den fossilen Inseln wie an keinem anderen Ort registriert wurden (Hangrutsche, submarine Erdrutsche, Lavaströme). Bedeutsam ist auch, dass dieses Gebiet einer eher schwachen alpinen Tektonik unterworfen war, weswegen die geometrischen Verbindungen zwischen den sedimentären Körpern ausgesprochen gut erhalten blieben. All diese Aspekte, gemeinsam mit der Erreichbarkeit der Orte und den zahlreichen fossilen Aufschlüssen, machen aus diesem System einen Ort von weltweiter Bedeutung für die Erforschung der Trias-Stratigrafie.

Geomorphologie

Die geomorphologischen Verhältnisse dieses Systems beruhen weniger auf der Ausrichtung der tektonischen Störungslinien als vielmehr auf der Vielfalt der verschiedenen Gesteine und auf der Ablagerungsarchitektur, die während der Trias zur Bildung des Massivs geführt hat.

Die beeindruckenden Gipfelaufbauten des Schlerns, des Kesselkogels und des Latemar bestehen aus zähen Karbonatschichten und zeichnen die ursprünglichen Geometrien der fossilen Atolle aus dem Ladinium nach, die durch selektive Erosion wieder freigelegt wurden. Die meisten der regelmäßigen und felsigen, oft geneigten Felshänge, die die Gipfelaufbauten begrenzen, entsprechen den einstigen unterseeischen Hängen und heben sich sowohl aufgrund ihrer unterschiedlichen geomorphologischen Strukturen als auch wegen ihrer Färbung sehr von den weniger steilen, aus weicherem vulkanischen Gestein aufgebauten und seit jeher als Weiden und Wiesen genutzten Flanken ab (Seiser Alm, Durontal, Karerpass). Das große Felsband, das sich durch die weichen Schichten der Buchensteinformation gegraben hat, trennt die vertikalen Wände aus kompaktem Dolomitgestein (Contrin-Formation und Schlern-Dolomit). Der Verlauf der vertikalen Wände, der Schluchten und alpinen Nebentäler (oberes Vajolettal, Antermoiatal, Kleines und Großes Valbonatal, Tschamintal, Val Sorda u.a.) wird hingegen durch das Netzwerk von Verwerfungen und Bruchlinien bestimmt, die durch die Hebungsbewegungen des Alpenraums entstanden sind.

Auf den monumentalen Felstürmen des Latemar- und des Vajolet-Massivs kann man eine durch die Verwerfungen entstandene horizontale Schichtung erkennen; durch die Erosion entstanden beeindruckende Felsnadeln und Felstürme. Auf den Kalksteinschichten des Latemar (Kar der Val Sorda) trifft man auf wichtige glaziokarstige Landschaftselemente (Dolinen). Zahlreich sind auch die durch Gletscheraktivität entstandenen Landschaftselemente wie Trogtäler (Vaiolon- und Cigolate-Pass, Coronelle, Val Sorda, Valle di Carezza) und Hängetäler (Lausatal, Larsectal, Vaiolon-Pass, Antermoiatal u.a.) mit ihren kleinen Moränenablagerungen und Rundhöckern.

Ausgedehnte Falten und Schuttkegel häufen sich am Fuß der steilsten und zerklüftetesten Felswände. In diesen geröllreichen Abschnitten entstehen oft gewaltige Schuttströme (debris flow im Vajolettal, in der Val di Carezza, im Antermoiatal u.a.). Durch die Einwirkung des Frostes wird der mächtige Schuttmantel durchgemischt und es entstehen charakteristische lappenförmige Blockgletscher, wie man sie sehr gut auf der Westflanke des Rosengartens und auf der Ostflanke der Rotwand beobachten kann, und/oder Geröllhalden wie jene auf dem Schlernplateau. Die häufigsten Materialabgänge sind Rutschungen und Felsstürze längs der Störungslinien; mächtige murengängige Geröllhalden mit Blöcken beträchtlicher Größe findet man in der Umgebung der Pale Rabbiose und der Rotwand. Der Petz auf dem Schlernmassiv ist ein emblematisches Beispiel für einen Berghang, der durch sein Eigengewicht langsam deformiert wird; hier kann man eine beachtlich entwickelte seitliche Blockdeformation (lateral spreading) beobachten.

Dolomiti Project

Museen zwischen Natur und Kultur

Im Dolomiten-Gebirgssystem ist der Mensch seit frühesten Zeiten zu Hause. Auf dem Territorium des Systems und in seinen Randzonen gibt es zahlreiche Museen und Informationsstätten, um so viel wie möglich über den Reichtum des Naturerbes, seine Geschichte und Kultur sowie die Spuren des Menschen auf diesen Bergen zu erfahren.  

Der Schwerpunkt des Besucherzentrums im Naturparkhaus Steger Säge sind die alten Handwerksberufe und Traditionen der Gegend; interaktive Installationen, interessante Lehrtafeln und Multimediainstallationen informieren den Besucher zusätzlich über die Geschichte der alten Venezianersäge, über die Flora und über die Fauna im Parkgebiet. Im Obergeschoss wurde ein Raum speziell zum Thema Geologie der Dolomiten eingerichtet. Das Naturparkhaus befindet sich in Weißlahnbad in Tiers und ist im sanierten Gebäude einer ehemals wasserbetriebenen Venezianersäge untergebracht (http://www.provinz.bz.it/natur-raum/themen/naturparks.asp).

Für die Liebhaber von Gesteinen und Mineralien lohnt sich ein Besuch des in einem sanierten Heuschuppen untergebrachten mineralogischen Museums Monzoni in Vigo di Fassa, in dem rund zweihundert verschiedene Mineralien aus den Dolomiten ausgestellt sind. Ein anderes ähnliches Museum ist das über 100 Jahre alte Städtische Museum für Geologie in Predazzo, in dem der interessierte Besucher einen guten Überblick über die Geologie und die Paläontologie der Dolomiten, insbesondere des Fleims- und Fassatals, erhält.

Wer sich dagegen lieber mit Volkskunde und alten Traditionen der Bevölkerung der Dolomiten befasst, sollte auf jeden Fall einen Abstecher in das Ladinische Museum des Fassatals in Vigo di Fassa machen, in dem die ethnographischen Sammlungen des Ladinischen Kulturinstituts (www.istladin.net) aufbewahrt werden. Das Bauernmuseum im Tschötscherhof in Kastelruth ist eine private Initiative der gleichnamigen Hofbesitzer und bietet dem Publikum einen Einblick in das harte bäuerliche Leben früherer Zeiten, ihr Handwerk, Brauchtum und Traditionen (www.tschoetscherhof.com, Eintritt frei mit freiwilliger Spende). Interessante Kunstausstellungen über die Dolomiten finden im ehemaligen Sommersitz der Fürstbischofe von Trient, dem Palazzo della Magnifica Comunità di Fiemme im Stadtzentrum von Cavalese statt; Heute findet man hier die Pinakothek und das Museum des Fleimstals  (www.mcfiemme.eu). Das Pfarr- und Archäologiemuseum in Völs am Schlern in der Michaelskapelle neben der Pfarrkirche zeigt im Obergeschoss spätgotische sakrale Kunst aus den umliegenden Filialkirchen. Im Erdgeschoss befindet sich das Archäologiemuseum.

Wanderwege und Exkursionen

Die Rosengartengruppe ist unter Alpinisten wohl eines der weltweiten bekanntesten Gebirge. Vor allem der Schlern war einst das Eldorado vieler Südtiroler Bergsteiger. Geschichte geschrieben haben Tita Piaz, der Teufel der Dolomiten, der als erster die Vajolet-Türme erstieg, und Georg Winkler, der in diesen Bergen die ersten Aufstiege mit Schwierigkeitsgrad IV bewältigte.
Doch jeder, der einigermaßen fit und unternehmungslustig ist, kann in diesen Bergen wandern und Außergewöhnliches erleben, ohne sich an eine Wand hängen zu müssen.

Panoramawanderung zwischen Rosengarten und Latemar

Von St. Zyprian (Tiers) gehen man auf dem Weg Nr. 7 zur Plafötsch-Alm. Erst geht es über Wiesen und dann durch Wälder in Richtung Rosengarten. Von der Haniger-Alm aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Vajolet-Türme. Man steigt noch etwas weiter nach oben und wandert dann auf halber Höhe unter dem Rosengarten und kann dabei die Latemar-Gruppe bewundern. An der Weggabelung biegt man nun links in Richtung Baumann-Alm – Nigerpass ab. Vom Nigerpass aus kehrt man zum Ausgangspunkt zurück, indem man dem Weg Nr. 1 folgt oder von hier aus mit dem Bus nach St. Zyprian zurückfährt.

Unterwegs auf dem Latemar bis zur Torre-di-Pisa-Hütte

Diese Wanderung startet in Obereggen und führt durch die karge Landschaft der Latemar-Gruppe bis zur Torre-di-Pisa-Hütte, die ihren Namen von dem auffallend schiefen Felsturm in der Nähe hat.
Von Obereggen aus fährt man mit der Seilbahn nach Oberholz und geht über den Weg Nr. 18 die steile Bergflanke hoch. Durch die bezaubernde weite Felslandschaft des Latemars geht es nun bis zur Gamsstallscharte. Dort angekommen, steigt man kurz den Weg Nr. 516 hinunter und geht diesen dann wieder aufwärts, bis man zur Torre-di-Pisa-Hütte kommt. Die Hütte befindet sich auf dem Gipfel der Cavignon-Spitze in der Latemar-Gruppe; von dort aus genießt man eine wunderschöne Aussicht über die umgebenden Gipfel und Täler. Nach der obligatorischen Pause in der Hütte erfolgt der Abstieg nach Obereggen über das Reiterjoch und die Laner-Alm-Hütte.

Dolomitensagen

Das Bergsystem Schlern-Rosengarten und Latemar hat ohne Zweifel schon seit jeher die Phantasie seiner Bewohner maßgeblich beflügelt und zur Entstehung vieler Legenden, Sagen und Mythen beigetragen, die heute noch gerne erzählt werden. Hier, inmitten dieser schroffen Felsen ist die sagenhafte Erklärung des wunderschönen Alpenglühens, der Enrosadira, entstanden, jenes Farbenspiel, das aufgrund der Zusammensetzung des Dolomitengesteins im Morgengrauen und in der Abenddämmerung entsteht, wenn die niedrig stehende Sonne den Fels in zarte Rottöne hüllt. 

Der Rosengarten des König Laurin

Bei Sonnenuntergang verfärben sich die Felsen der Dolomiten rot. Etwas Vergleichbares gibt es nirgendwo sonst, warum wohl? Heute wissen wir, dass das Alpenglühen durch die besondere Zusammensetzung des Dolomitgesteins verursacht wird, das auf den Lichtwechsel reagiert. Der Sage nach jedoch sind das Morgengrauen und die Abenddämmerung die einzigen Tageszeiten, zu denen wir den legendären Rosengarten des König Laurin erblicken können.  

Laurin war der König der Zwerge und sein Reich erstreckte sich zwischen den Felsen des Rosengartens. Unter den Rittern, die in seinem Dienst standen, war auch eine Walküre namens Sittlieb, die in den König verliebt war und für ihn um das Schloss herum einen wunderbaren Rosengarten angelegt hatte.

Leider war der König in Similde verliebt, durfte sie jedoch nicht heiraten, weil ihr Vater sie schon dem Sieger eines Turniers versprochen hatte, an dem Laurin als Zwerg nicht teilnehmen durfte. König Laurin gab jedoch nicht auf, entführte schließlich mit Hilfe seiner Tarnkappe die schöne Prinzessin aus der väterlichen Burg und versteckte sie im Rosengarten. Doch die eifersüchtige Sittlieb floh entzürnt aus Laurins Reich und begab sich zu einer Zauberin, von der sie verlangte, sie in einen Mann zu verwandeln. Die Zauberin erfüllte ihren Wunsch, jedoch unter einer Bedingung: Sittlieb würde sterben, wenn sie wieder in den Rosengarten von König Laurin zurückkehren würde. 

In der Zwischenzeit kam Hartwig, ein Ritter, der in Similde verliebt war, zum Rosengarten, um das Mädchen zu befreien. Die Wärter des Rosengartens warnten ihn und sagten ihm, dass der Garten mit einem dünnen Seidenfaden umgeben war, und dass bei der kleinsten Berührung des Fadens innerhalb kurzer Zeit das Zwergenheer zur Stelle sein würde. Hartwig erfuhr auch den Grund, weshalb Laurin das Mädchen entführt hatte: Laurin würde sie befreien, wenn er wie alle anderen Bewerber ebenfalls am Turnier teilnehmen könnte. Hartwig kehrt zu Simildes Vater zurück, und erklärte ihm die Situation, der Graf jedoch ging auf keinen Kompromiss ein.

Deshalb wandte sich Hartwig nun an Theoderich, den König der Goten, und bat ihn, mit seinem Heer einzugreifen. Theoderich sagte zu; unter seinem Gefolge befand sich auch Sittlieb, als Mann verkleidet. Sie legte nie die Rüstung ab, sprach wie ein Mann und so hatte sie niemand als Walküre vom Hof König Laurins erkannt. Ihr wurde der Auftrag erteilt, das Heer der Goten in das Reich König Laurins zu führen. Trotz der Warnung der Zauberin nahm sie den Auftrag an.

Als das Heer vor dem Rosengarten stand, schnitt Theoderich den Seidenfaden durch und innerhalb kurzer Zeit war das Heer der Zwerge vor Ort und beide Heere begannen, miteinander zu kämpfen. Dank seiner Tarnkappe, einem Gürtel, der ihm die Kraft von 12 Männern verlieh und einer undurchdringbaren Rüstung sah es so aus, als ob Laurin die Goten besiegen würde, bis ihn Theoderich packen und unterwerfen konnte.

Similde wurde befreit und sprach sich nun zu König Laurins Gunsten aus, da er sie immer liebevoll behandelt hatte. Auch Theoderich bot dem besiegten Feind nun den Frieden an und es wurde ein Festessen organisiert. Während der Nacht drang ein Krieger Theoderichs in den Rosengarten ein, worauf die Zwerge und das Heer Theoderichs wieder aufeinandertrafen. Nachdem er ein zweites Mal besiegt worden war, wurde er nun gefangen genommen. Sittlieb, der Krieger, der nie seine Rüstung ablegte, forderte nun Theoderich zum Zweikampf auf, um Laurin wieder zu befreien. Theoderich gewann auch diesen Zweikampf, und als er dem besiegten Krieger den Helm abnahm, entdeckte er, dass der Krieger eine zu Tode verletzte Frau war, genauso wie es die Zauberin vorausgesagt hatte.

So endete der Krieg, und mit ihm das Königreich der Zwerge.

Hartwig und Similde flohen miteinander und wurden zusammen glücklich. König Laurin konnte nach Jahren der Gefangenschaft fliehen und kehrte in sein Bergreich zurück. Aber er war allein, kein Zwerg lebte mehr in seinem Reich. Erfüllt von großer Trauer sprach er einen Zauber aus, um den wunderschönen Rosengarten zu versteinern und ihn Tag und Nacht unsichtbar zu machen. Dabei vergaß er jedoch, den Sonnenuntergang in den Zauber mit einzubeziehen. Seit jenem Tag wird der Rosengarten jeden Abend für einige Minuten wieder sichtbar, wenn sich die Felswände des Rosengartens wieder rot färben.

Der Regenbogen des Karersees

Der Karersee ist berühmt für seine Farbenspiele und eindrucksvolle Atmosphäre, die entsteht, wenn sich das Latemargebirge auf seiner Oberfläche spiegelt. Das Wasser anderer Seen ist grün oder blau, der Karersee hingegen leuchtet in allen Regenbogenfarben. Warum das so ist, erfährt man in der nun folgenden Geschichte.

Im Karersee lebte einst eine wunderschöne Wasserfee; sie saß oft auf einem Stein mitten im See und sang leise vor sich hin. Die Wanderer, die durch die Wälder am Rande des Sees zogen, waren von ihrer wunderschönen Stimme entzückt. Eines Tages kam der Hexenmeister von Masaré am See vorbei und verliebte sich in sie. Die Wasserfee jedoch erwiderte seine Gefühle nicht. Nachdem der Hexenmeister mehrmals versucht hatte, das Mädchen mit seinen Zauberkünsten zu erobern, wandte er sich schließlich an die Hexe Langwerda, die auf dem Rosengarten lebte. Diese gab ihm den Ratschlag, sich als Händler zu verkleiden und entlang des Seeufers zu spazieren, um die Wasserfee mit Hilfe prächtiger Juwelen und wertvoller Edelsteine aus dem Wasser zu locken.

Der erste Versuch ging fehl; die Wasserfee sah zwar die Juwelen, entstieg aber nicht dem See. Deshalb kehrte der Zauberer zur Hexe zurück, die ihm diesmal riet, mit den Juwelen den schönsten Regenbogen aller Zeiten zu erschaffen. Sicherlich wäre die Sirene entzückt von diesem Anblick und würde den See verlassen, um den Regenbogen näher zu betrachten.

Der Hexenmeister zauberte einen wahrhaft wunderbaren Regenbogen und die Wasserfee näherte sich fasziniert dem Ufer. Der Hexenmeister aber war euphorisch und vergaß dabei, sich zu verkleiden. Als die Wasserfee den Hexenmeister entdeckte, durchschaute sie den Hinterhalt und sprang zurück ins Wasser, um nie wieder aufzutauchen.

Vom Liebeskummer zerstört, zerschmetterte der Hexenmeister den Regenbogen und warf sämtliche Regenbogenstücke in den See. Und seither leuchten die wunderbaren Farben des Regenbogens im Karersee.

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