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Materialien | Kartierung der obsoleten Strukturen in der UNESCO-Welterbestätte Dolomiten

Forschungsarbeiten
28 Januar 2020

Kartierung der obsoleten Strukturen
in der UNESCO-Welterbestätte Dolomiten

Wer die Dolomiten etwas besser kennt, weiß schon, welche Strukturen damit gemeint sind: aufgegebene Einrichtungen für Wanderer, Hütten, Liftanlagen und im Allgemeinen all jene Strukturen, die aus irgendeinem Grund nicht oder nicht mehr in das Landschaftsbild passen. Andererseits ist eine allumfassende und allgemeingültige Definition der Obsoleszenz einer Struktur nicht immer leicht: aufgrund welcher Kriterien bezeichnet man ein infrastrukturelles Element als obsolet? Weil es nicht mehr benützt wird, weil es langsam zerfällt, weil es das Landschaftsbild beeinträchtigt, oder ist die Bewertung von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren abhängig? Ist die Obsoleszenz eine innewohnende Eigenschaft des Elements oder hängt sie vielmehr vom Umfeld ab?

Die Untersuchung der obsoleten Strukturelemente führt zu einem besseren Verständnis der Dynamiken, die das Landschaftsbild der Dolomiten bestimmen. Sehen wir sie als Einzelelemente eines Systems und nicht nur als isolierte Objekte in der Landschaft, können sie uns wertvolle Hinweise über die anthropogene Nutzung der Berglandschaft in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart liefern. Darüber hinaus reflektieren sie unsere Wertschätzung der Dolomitenlandschaft.

Die Gesamtführungsstrategie der Welterbestätte Dolomiten sieht unter anderem eine wissenschaftliche Untersuchung über obsolete Strukturen vor, die in den Aufgabenbereich des funktionellen Netzwerkes Landschaftliches Erbe und Schutzgebiete gehört. Die Studie wird von der Abteilung für Projektkulturen der Universität IUAV in Venedig durchgeführt (wissenschaftliche Verantwortliche Frau Prof. Viviana Ferrario, wissenschaftliche Mitarbeiterin Frau Dr. Chiara Quaglia).

Die Notwendigkeit, obsolete Strukturen zu definieren und zu klassifizieren, ergibt sich aus einer spezifischen Anfrage der IUCN, die bereits 2011, nach einem Kontrollbesuch des UNESCO-Standorts der Dolomiten, empfohlen hat, diese zu identifizieren.

Die Studie „Obsolete Strukturen und außergewöhnliche Landschaften: Werte und Unwerte in der Dolomitenlandschaft und in der Verwaltung des UNESCO-Weltkulturerbes“ hat den Inhalt der Landschaftsleitlinien weiterentwickelt, deren Methodik vertieft und die Fragen der Werte und Unwerte im UNESCO-Weltkulturerbe der Dolomiten genauer untersucht. Eines der Forschungsergebnisse ist die Identifizierung und Katalogisierung obsoleter Strukturen und der damit zusammenhängenden Daten, die zwischen Dezember 2015 und Juli 2017 in mehreren Anläufen, sowohl direkt, durch Inspektionen, also auch indirekt durch Interviews, Fragebögen, bibliografische Quellen und Internetquellen erhoben wurden. Das Dokument soll den zuständigen Stellen im gesamten Gebiet ein einfach zu konsultierendes Instrument bieten, um die bisher ermittelten Strukturen zu untersuchen und jene ausfindig zu machen, für welche Maßnahmen zur Abschwächung der Auswirkungen in Betracht gezogen werden können.

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