Landschaft und Fantasie: „La scoperta dell’Olanda“ ausgezeichnet

Was hat das Hotel Spaander im malerischen Küstendorf Volendam bei Amsterdam mit dem Hotel La Nave d’Oro in Predazzo gemein, das im 18. und 19. Jahrhundert ein Treffpunkt für Wissenschaftler und Intellektuelle war? Die Antwort findet sich in der Begründung der Jury des Spezialpreises „Dolomiten UNESCO Welterbe“, die bei der letzten Ausgabe von Pordenonelegge Jan Brokkens Buch „La scoperta dell’Olanda“ (Verlag Iperborea) auszeichnete.

La direttrice Mara Nemela premia lo scrittore Jan Brokken nell'ambito di pordenonelegge 2026

Fantasie durch Besinnung

Am Samstag, den 20. September, wurde der niederländische Schriftsteller, Journalist und Reisende im Rahmen der Ausgabe 2025 des renommierten Literaturfestivals von Pordenone mit einer Auszeichnung geehrt, die jenen zuteil wird, deren Werk dazu beiträgt, die Werte zu fördern, die die UNESCO-Anerkennung möglich gemacht haben – und das weit über die Dolomiten hinaus. Jan Brokkens Buch ist hierfür ein Beispiel. Die Jury lobte es in ihrer Begründung als „eine Entdeckungsreise zu Orten, die nicht als Konsumorte, sondern als landschaftliche und kulturelle Stätten verstanden werden, die zur Besinnung anregen und damit zum Bewusstsein für die lokalen sowie universellen Werte führen, die sie auszeichnen“.

Eine Reise, die von den erstaunlichen künstlerischen und literarischen Begegnungen erzählt, die sich im kleinen Küstendorf Volendam zwischen dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert abspielten: von Picasso über Kandinsky und Signac bis hin zu Joseph Beuys und Marcel Proust.

Der Vergleich liegt nahe: Bereits Ende des 18. Jahrhunderts besuchten Künstler und Wissenschaftler die Dolomiten und trugen dazu bei, eine kollektive Vorstellung dieser Landschaft zu formen, die sich über die Jahrzehnte hinweg festigte, sich teilweise wandelte und schließlich die Anerkennung des außergewöhnlichen universellen Wertes der Dolomiten durch die UNESCO unterstützte.

Die erhabene Schönheit entdecken und darstellen

Jede Fantasie braucht, um sich zu entfalten, auch symbolische Orte, die legendären Charakter annehmen: „Ähnlich wie die Stimmung, die dieses Buch durchzieht, haben die Dolomiten seit jeher die Fantasie ihrer Bewohner und Besucher inspiriert: von den ersten Entdeckern über die Künstler, die die vielfältigen Aspekte der erhabenen Schönheit der Dolomitenlandschaft eingefangen haben, bis hin zu den Wissenschaftlern, insbesondere den Geologen, die das Hotel La Nave d’Oro in Predazzo zu einem Zentrum wissenschaftlicher Begegnungen machten“, so die Jury. „Als im 18. Jahrhundert in Europa sowohl ein erneutes Interesse an den Naturwissenschaften als auch ein neues ästhetisches Empfinden für das Erhabene aufkam, wurden die Dolomiten zum Forschungs- und Bewunderungsobjekt. Wie das Dorf Volendam konnten die Dolomiten mit ihrem landschaftlichen Wert über die Jahrhunderte die Fantasie anregen und jede Form künstlerischer Sensibilität inspirieren.“

Diese Aktivität ist Teil des Projekts „Bildung von Fähigkeiten und Kompetenzen. Stärkung des sozialen und territorialen Kapitals des UNESCO Welterbes Dolomiten (WHS) für eine dauerhafte und nachhaltige Entwicklung der lokalen Gemeinschaften“, das mit Unterstützung des Fonds für Anrainergemeinden durchgeführt wird.