
Der Spezialpreis Dolomiten UNESCO bei den bedeutendsten Festivals rund um das Gebirge
Im Rahmen der 23. Ausgabe des Literaturpreises „Leggimontagna“ wurde wie gewöhnlich auch der Spezialpreis Dolomiten UNESCO Welterbe vergeben. Die Auszeichnung ging bei der Preisverleihung am Samstag, den 8. November 2025, in Malborghetto (Udine) an Daniela Perco, Iolanda Da Deppo und Michele Trentini für ihr Werk „Vaia. La tempesta nella memoria“ (Cierre Edizioni, 2024).
Bei der anthropologischen Forschungsarbeit, die seit 2021 vom Museo Etnografico Dolomiti in Cesiomaggiore (Belluno) durchgeführt wird, werden die Erinnerungen derjenigen gesammelt, die die Folgen der Umweltkatastrophe, die große Teile des Dolomitengebiets verwüstete, miterlebt haben. Im Mittelpunkt steht dabei das besonders stark betroffene Gebiet rund um Belluno. Die Jury des Preises hob in ihrer Begründung hervor, dass die Sichtweise der Bewohner der betroffenen Orte in den letzten Jahren oft „von Darstellungen, die eigentlich gut gemeint waren und die betroffenen Gemeinschaften unterstützen sollten, vernachlässigt oder in den Hintergrund gedrängt wurde“. Die Studie und Publikation von Daniela Perco und Iolanda Da Deppo sowie die Videodokumentationen von Michele Trentini tragen hingegen dazu bei, gängige Klischees zu überwinden. Sie beleuchten eingehend „das Verhältnis zwischen den Waldressourcen und der lokalen Bevölkerung in einer Zeit tiefgreifender sozialer, wirtschaftlicher, klimatischer und landschaftlicher Veränderungen der Berge des Veneto“.
Sieben Jahre sind vergangen seit jenem Oktober 2018, als allein im Veneto über 15 Millionen Bäume umstürzten. Ein Ereignis, das auch mittelfristig emotionale, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Die Forschungsarbeit des Museo Etnografico Dolomiti fällt zeitlich mit der Covid-19-Pandemie zusammen, die ihrerseits aus einer ganz anderen Perspektive ein Nachdenken über die Vorteile eines Lebens in einem Umfeld mit geringem anthropogenem Druck und direktem, ständigem Kontakt zur Natur anregte. Innerhalb weniger Jahre haben so zwei große Ereignisse eine Wirkung erzielt, die die bei Leggimontagna ausgezeichnete Arbeit untersucht: ein umfassendes Nachdenken über die Zukunft des Lebens in den Bergen.
Diese Aktivität ist Teil des Projekts „Bildung von Fähigkeiten und Kompetenzen. Stärkung des sozialen und territorialen Kapitals des UNESCO Welterbes Dolomiten (WHS) für eine dauerhafte und nachhaltige Entwicklung der lokalen Gemeinschaften“, das mit Unterstützung des Fonds für Anrainergemeinden durchgeführt wird.