Willkommen in den Dolomiten, Dolomiti, Dolomites, Dolomitis!

Anlässlich der Olympischen und Paralympischen Spiele Milano-Cortina 2026 möchten wir die Mehrsprachigkeit unserer offiziellen Bezeichnung auf alle Sprachen der Welt ausweiten.

Die Dolomiten sind ein Ort der Gastfreundschaft, der Begegnung zwischen den Völkern und des Friedens. Ein Ort, der in der Vergangenheit Schauplatz von Konflikten war, die Spuren im Gedächtnis der Menschen und in der Landschaft hinterlassen haben, und der heute bereit ist, der Welt die Türen zu einem wunderschönen und verletzlichen Gebiet zu öffnen. Ein Gebiet, das, wie der Präsident der Stiftung Dolomiten UNESCO, Roberto Padrin, in seinem Wunsch für 2026 betonte, nicht nur eine einfache Kulisse bleiben darf.

Jeden Morgen wird der Blick tausender Athleten nicht nur auf den Schnee und das Eis fallen, auf denen sie gegeneinander antreten, sondern auch auf die Landschaften der neun Teilgebiete, die von der UNESCO als Welterbe anerkannt wurden. Dasselbe gilt für Hunderttausende Zuschauer, Mitarbeiter und Mitglieder nationaler Delegationen sowie für Arbeiter und Freiwillige. Präsident Roberto Padrin heißt sie alle im Namen des Verwaltungsrats der Stiftung Dolomiten UNESCO herzlich willkommen.

Accesa la torcia a Cortina d'Ampezzo per le Olimpiadi Milano Cortina 2026. La foto è di Alessandro Zardini

Ph. Alessandro Zardini

Es liegt in der Verantwortung aller, dafür zu sorgen, dass dieser Blick nicht nur an der Oberfläche der außergewöhnlichen Schönheit der Dolomiten verweilt, sondern auch die empfindlichen Verflechtungen des Ökosystems wahrnimmt und zu deren Wertschätzung anregt. Zugleich soll die ferne Vergangenheit sichtbar werden, die von jeder einzelnen Insel dieses einzigartigen fossilen Archipels erzählt wird.

Die Anerkennung, die die UNESCO und damit die Welt den Dolomiten durch ihre Aufnahme in die Welterbeliste zuteilwerden ließ, unterstreicht, dass ihre Schönheit, gerade wenn man die Komplexität und Verletzbarkeit der Dolomiten wahrnimmt, kein Selbstzweck ist und nicht auf die kulturelle Vielfalt der Gemeinschaften beschränkt bleiben kann, die sie bewahren. Unser größter Wunsch für unsere Gäste ist, dass ihr Blick von jenem Staunen erfüllt wird, das den Wunsch weckt, die Dolomiten kennenzulernen und zu verstehen.

VÖLKER BEGEGNEN SICH VOR DER KULISSE EINES WELTERBES

von Roberto Padrin, Präsident der Stiftung Dolomiten UNESCO und der Provinz Belluno.

„Die Regierungen der Vertragsstaaten dieser Verfassung erklären im Namen ihrer Völker: Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden. […]“

Mit diesen Worten beginnt die Verfassung, die am 16. November 1945 in London unterzeichnet wurde und durch die die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, ins Leben gerufen wurde.

Während der Olympischen und Paralympischen Spiele wird unser Gebiet die Ehre haben, Athleten, Delegationen sowie Zuschauer aus Dutzenden von Ländern im Rahmen eines Ereignisses zu empfangen, dessen Charakter in vollkommener Harmonie mit den soeben zitierten Worten steht.

Seit der Aufnahme in die Welterbeliste haben wir Synergien und Strategien entwickelt, um das uns anvertraute Gut zu verwalten, aber ich glaube, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele uns auch dabei helfen können, das eigentliche Ziel der UNESCO wiederzuentdecken, nämlich die Völker durch Bildung, Wissenschaft und Kultur einander näherzubringen. Denn wie es in der Verfassung weiter heißt: „Im Lauf der Geschichte der Menschheit hat wechselseitige Unkenntnis immer wieder Argwohn und Misstrauen zwischen den Völkern der Welt hervorgerufen, sodass Meinungsverschiedenheiten nur allzu oft zum Krieg geführt haben.“

Der außergewöhnliche Wert der Dolomiten wurde anerkannt, weil er universell ist. Er wird von allen Völkern geteilt und in ihm können sich alle Völker wiedererkennen, wenn sie diese einzigartige Schönheit betrachten, die niemanden gleichgültig lässt und zur Auseinandersetzung mit der Zeit anregt, die sie hervorgebracht hat.

Bildung, Wissenschaft und Kultur bringen die Völker einander näher; die Olympischen Spiele lassen sie aufeinandertreffen und in Fairness sowie gegenseitigem Respekt miteinander wetteifern. Dass all dies vor der Kulisse der Dolomiten und inmitten der dort lebenden Bevölkerung geschieht, ist etwas Einzigartiges, das uns noch stärker dazu verpflichten sollte, unserer Verantwortung gerecht zu werden und dieses Gut an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Mein Willkommensgruß gilt also den Völkern, die sich hier in einer von schweren Konflikten geprägten Zeit die Hand reichen und bereit sind, sich auf Schnee und Eis im Schatten von weltweit einzigartigen Bergen zu messen. Ich hoffe, dass sie diese Berge im Sinne der UNESCO auch ein Stück weit als ihre eigenen empfinden!