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Die universellen Werte | Das serielle Gut

Die Dolomiten sind als serielles Gut in die Liste des Welterbes eingetragen, da sie trotz ihrer räumlich-landschaftlichen, geologischen und geomorphologischen Aufgliederung und Komplexität ein einheitliches Ganzes bilden. Die als Welterbe anerkannten Dolomiten-Systeme sind eine ausgewählte Formation, die sich durch ihre geologischen und landschaftlichen Besonderheiten auszeichnet. Sie sind außergewöhnlich repräsentativ für das gesamte Gebirgssystem, verfügen über einen hohen Schutzstatus und sind durch ein Netz entwicklungsgeschichtlicher und ästhetischer Beziehungen miteinander verbunden.

Eine der von der UNESCO geforderten Voraussetzungen für die Anerkennung war das Vorhandensein klarer Unterschutzstellungen und Schutzbestimmungen, die auch in Zukunft die Erhaltung der Stätte garantieren. Deshalb war es nicht möglich, einige unter geologischen und landschaftlichen Aspekten beispielhafte Bergstöcke wie den Sellastock oder die Langkofelgruppe in das serielle Gut miteinzubeziehen.
Die neun Dolomitengruppen, die diesen außerordentlichen „fossilen Archipel“ bilden, umfassen eine Fläche von rund 142.000 Hektar. Sie verteilen sich auf fünf Provinzen (Belluno, Bozen, Pordenone, Trient, Udine), in denen vier offiziell anerkannte Sprachen gesprochen werden: italienisch, deutsch, ladinisch und friulanisch. Aufgrund ihrer historischen Entwicklung besitzen die Provinzen unterschiedliche institutionelle und verwaltungspolitische Rahmenbedingungen.

La mappa delle Dolomiti

Alle in der Welterbeliste eingetragenen Güter müssen das Kriterium der Unversehrtheit erfüllen. Die Unversehrtheit ist das Maß für die Einheitlichkeit und Intaktheit des Naturgutes und seiner besonderen Qualitätsmerkmale.

„Die neun Teilgebiete, welche die Stätte bilden, beinhalten Flächen, die erforderlich sind, um die Schönheit der Stätte zu erhalten sowie alle oder den größten Teil der aus Sicht der Erdwissenschaften zentralen, mit einander in Beziehung stehenden und voneinander abhängigen Elemente in ihrem natürlichen Gefüge. Zur Naturstätte gehören auch Teile eines Nationalparks, in verschiedenen Provinzen liegende Naturparks und Natura-2000-Gebiete sowie ein Naturdenkmal. Für jedes einzelne Teilgebiet wurden Pufferzonen eingerichtet, um es vor den potentiellen Gefahren außerhalb der eigenen Grenzen zu schützen. Die natürlichen Landschaften und natürlichen Prozesse, deren Weiterbestehen notwendig ist, um die Werte der Naturstätte zu erhalten und deren Unversehrtheit zu gewährleisten, befinden sich in einem guten Erhaltungszustand und wurden vom technischen Fortschritt kaum berührt“.

(UNESCO, Erklärung zum außergewöhnlichen universellen Wert, Unversehrtheit)

Nominierung der Dolomiten für die Eintragung in die Weltnaturerbe-Liste der UNESCO Website (auf Englisch)

 

Die Bedeutung der Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes

Was bedeutet die Eintragung in die Welterbeliste?

Ein in die Welterbeliste eingetragenes Gut besitzt vor allem einen „außergewöhnlichen universalen Wert“, ist also besonders repräsentativ für die kulturellen und natürlichen Reichtümer unseres Planeten. Es ist somit nicht nur von herausragender Bedeutung für das Land, in dem es sich befindet, sondern für die ganze Menschheit. Die in der Welterbeliste eingetragenen Güter werden ausgewählt, um als die weltweit besten Zeugnisse des kulturellen und natürlichen Erbes der Menschheit für zukünftige Generationen bewahrt zu werden. Das ist das Ziel des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (UNESCO 1972), das bis heute von 186 Ländern unterzeichnet wurde. Länder mit Welterbestätten gewinnen an Ansehen und Prestige und dies sollte ihr Verantwortungsbewusstsein für die anvertrauten Stätten fördern. Außerdem muss für Welterbegüter eine Führungsstrategie ausgearbeitet werden, in der Maßnahmen für ihre Bewahrung samt entsprechender Kontrollmechanismen formuliert sind, deren Wirksamkeit mittels dreijährlicher Überprüfungsberichte überwacht wird.

Die Wichtigkeit der Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes

Warum ist die Eintragung der Dolomiten in die Welterbeliste wichtig?

Die Eintragung einer Stätte in die Welterbeliste ist das Ergebnis einer strengen, weltweiten Auswahl. Damit werden nicht nur die Einzigartigkeit und der außergewöhnliche universale Wert der geologischen, geomorphologischen und ästhetisch-landschaftlichen Aspekte der Dolomiten anerkannt, sondern auch die Bemühungen, diese Werte angemessen repräsentativ zu erhalten und zu schützen.
Die für den Erhalt der universellen Werte zuständigen Institutionen sind damit nicht mehr nur ihrer eigenen Bevölkerung gegenüber verantwortlich, sondern der ganzen Menschheit. Dies sollte das Bewusstsein für die eigene Stellung im globalen Kontext verändern und dazu anregen, bergspezifische Themen (kulturelle Eigenheit, landschaftliche und geologische Bedeutung, nachhaltige Entwicklung und Tourismus) neu anzugehen und offen zu überdenken.

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