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Neuigkeiten | Auf Entdeckungsreise in den Schutzgebieten des Weltnaturerbes Dolomiten UNESCO: der Naturpark Ampezzaner Dolomiten

Torbiera e Laghi di Fòses World Heritage
5 August 2016

Auf Entdeckungsreise in den Schutzgebieten des Weltnaturerbes Dolomiten UNESCO – vierte Etappe

Interview mit dem Direktor des Naturparks Ampezzaner Dolomiten

Michele da Pozzo

“Traditionsgemäß neigen wir dazu, unsere natürlichen Ressourcen selbstständig zu verwalten. Somit ist die Verwaltung des Naturparks weder öffentlicher noch privater Natur, sondern beruht auf einer gemeinschaftlichen Verwaltung. Dieses Verwaltungsmodell macht den Naturpark Ampezzaner Dolomiten zu einem einzigartigen Schutzgebiet unter den Teilgebieten des Welterbes der Dolomiten UNESCO. Die Vertreter der Parkverwaltung sind keine Politiker, sondern werden von den Einheimischen gewählt. Unser Verwaltungsmodell beruht auf einer Jahrhunderte alten Tradition im Zeichen einer sorgfältigen Bewirtschaftung unserer natürlichen Ressourcen”

Michele da Pozzo, Direktor des Naturparks Ampezzaner Dolomiten

Val Travenanzes - Tofana a sinistra

Kurze Vorstellung des Naturparks Ampezzaner Dolomiten

Der Naturpark der Ampezzaner Dolomiten erstreckt sich über eine Fläche von 11.200 Hektar, die zur Gänze innerhalb der Gemeindegrenzen von Cortina d’Ampezzo auf jenen Grundparzellen liegen, die kollektiv von den Regolieri, den seit jeher in Cortina ansässigen Familien, gemeinschaftlich verwaltet werden. Im Norden grenzt der Naturpark an den Naturpark Fanes-Senes-Prags, und so bilden beide ein zusammenhängendes großes Schutzgebiet. Innerhalb der Grenzen des Naturparks befinden sich die Bergmassive des Cristallo, der Tofana und des Lagazuoi. Der Park wurde ausgewiesen, um seine einzigartigen geologischen Zeugnisse, seine Flora und seine Fauna auch für die zukünftigen Generationen erhalten zu können, und deshalb wurde als Wahrzeichen des Naturparks die nur in den Ampezzaner Dolomiten vorkommende Dolomiten-Hauswurz gewählt. natural heritage of this area, has chosen as its symbol the sempervivum dolomiticum, also known as the houseleek, a plant that is endemic exclusively to the Ampezzo Dolomites.

Vertiefen Sie Ihr Wissen über das Teilgebiet Nr. 5, den Naturpark Ampezzaner Dolomiten (Nördliche Dolomiten)

Der Naturpark Ampezzaner Dolomiten, erklärt mit den Worten des Direktors Michele da Pozzo

Spezialisierung des touristischen Angebotes, Entsaisonalisierung der Tourismusströme und die altbewährte demokratische Einrichtung der Regole d’Ampezzo.

Wie hat sich der Park nach der Anerkennung durch die UNESCO im Jahr 2009 verändert?

“Der Park der Ampezzaner Dolomiten hat sich nach der Anerkennung durch die UNESCO im Jahr 2009 sowohl als Einrichtung als auch bezüglich der Verwaltung nicht verändert.

Verändert hat sich hingegen die Typologie der Besucher unseres Naturparks; so ist die Anzahl der ausländischen Touristen gestiegen. Unsere Region ist schon seit Jahren ein beliebtes Ziel ausländischer Touristen, deren Anzahl nach der Anerkennung noch einmal zugenommen hat. Zusätzlich können wir auch eine gewisse Entsaisonalisierung der Touristenströme und eine größere Nachfrage über Informationen zur Umwelt und zu den vom Naturpark angebotenen Aktivitäten vermerken. Das Interesse des Besuchers unseres Naturparkes konzentriert sich immer mehr auf die Besonderheiten unserer Flora und Fauna. Wir reagieren auf diese Bedürfnisse mit der Aktivierung einer größeren Anzahl von Kursen, die direkt von Berg- und Naturführern durchgeführt werden, mit denen der Naturpark sehr gut zusammenarbeitet. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen stellen wir außerdem fest, dass es dank der Anerkennung durch die UNESCO auch zu einer Zunahme der Beschäftigungsmöglichkeiten gekommen ist, so zum Beispiel zur Zunahme der Führer.

Es gibt aber auch leider einige wunde Punkte: so stellen wir zum Beispiel eine Zunahme des Verkehrsaufkommens fest, insbesondere des Motorradverkehrs. Auch der Fahrradverkehr ist noch nicht ausreichend geregelt und somit nicht sicher. Die zeitweilige, jahreszeitlich bedingte Überbelastung ist eine große Herausforderung für uns.

Die bisher gemachten Erfahrungen in unserem Naturpark, der hohe Besucherzahlen aufweist, lassen darauf schließen, dass die starken Besucherströme in bestimmten Teilen des Naturparks und zu bestimmten Zeiträumen des Jahres keinen größeren Einfluss auf die Fauna haben; die Tiere haben sich inzwischen an den Andrang gewöhnt und weichen in benachbarte, weniger stark frequentierte Gebiete aus. Um die ökologischen Zustände in touristisch stark genutzten Gebieten nicht zu gefährden, ist es ratsam, von der Einrichtung neuer Wanderwege und der damit verbundenen Erschließung neuer, bis jetzt naturbelassener Gebiete abzusehen.

Weshalb ist es wichtig, der Stiftung beizutreten und aktives Fördermitglied der Stiftung zu werden?

“Ich kann wirklich sagen, dass die Anerkennung durch die UNESCO und die anschließende Gründung der Stiftung zur rechten Zeit gekommen sind.

Es gab schon seit längere Zeit ein Netzwerk alpiner Schutzgebiete, dem wir alle beigetreten sind und das sich vor 20 Jahren durch eine rege Aktivität und einen intensiven Informationsaustausch auszeichnete. Aus verschiedenen Gründen hatte sich jedoch das lebhafte Klima der ersten Zeit im Laufe der Jahre merklich abgekühlt, als die Anerkennung durch die UNESCO uns wieder dazu motivierte, miteinander zu kooperieren und die Netzwerke zwischen den Schutzgebieten wieder neu zu flechten.

Mit welchem Mehrwert trägt der Naturpark Ampezzaner Dolomiten zum Szenario des UNESCO-Gutes Dolomiten bei?

“Kennzeichnend für den Naturpark Ampezzaner Dolomiten ist das Modell der kollektiven Verwaltung. Der Park wird in der Tat von den Regole d’Ampezzo verwaltet, die in jeder Hinsicht Eigentümer des Parks sind. Hierbei handelt es sich um ein Institut des kollektiven Eigentums, das mehr als tausend Jahre Geschichte hinter sich hat. Der Naturpark ist jedoch auch einer der fünf Naturparks der Region Veneto.

Traditionsgemäß neigen wir dazu, unsere natürlichen Ressourcen selbstständig zu verwalten. Somit ist die Verwaltung des Naturparks weder öffentlicher noch privater Natur, sondern beruht auf einer gemeinschaftlichen Verwaltung. Dieses Verwaltungsmodell macht den Naturpark Ampezzaner Dolomiten zu einem einzigartigen Schutzgebiet unter den Teilgebieten des Welterbes der Dolomiten UNESCO. Die Vertreter der Parkverwaltung sind keine Politiker, sondern werden von den Einheimischen gewählt. Unser Verwaltungsmodell beruht auf einer Jahrhunderte alten Tradition im Zeichen einer sorgfältigen Bewirtschaftung unserer natürlichen Ressourcen.

Die Regole und die Einrichtung des kollektiven Eigentums gewährleisten seit jeher eine ausgewogene Entwicklung zwischen Schutzgebieten, touristischen Dienstleistungen und Infrastrukturen für die Einwohner. Insgesamt verwalten die Regole ein Gebiet von 20.000 Hektar, von den 11.000 Hektar Parkgebiet sind und 2,2% als touristische Infrastrukturen ausgewiesen wurden.

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Photo credit:  Parco Naturale Dolomiti d’Ampezzo

 

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