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Gründungsmitglieder

Die neun Dolomiten-Teilgebiete | Dolomiti Friulane e d’Oltre Piave

Beschreibung

Das Bergmassiv der Friulanischen Dolomiten und der Dolomiti d’Oltre Piave erstreckt sich über weite Teile der Provinzen Pordenone und Udine – ein kleines Teilstück liegt auch in der Provinz Belluno – und hat eine Gesamtfläche von 21.461 Hektar. Das Gebiet wird vom Fluss Piave, dem oberen Lauf des Tagliamento, dem Tramontina- und dem Cellina-Tal eingegrenzt. Bei den Friauler und d’Oltre-Piave-Dolomiten handelt es sich um eine recht einheitliche und kompakte Reihe von Berggipfeln, die dem Wanderer atemberaubende Ausblicke und unerwartete Bergszenarien versprechen.

Von Norden nach Süden reihen sich die Berge des Systems wie folgt aneinander: der Cridola (2.581 m), die Monfalconi-Gruppe mit ihrem höchsten Gipfel, der Cima Monfalcon (2.548 m) und dem spektakulären Campanile di Val Montanaia (2.173 m), die Spalti-di-Toro-Gruppe mit ihrer höchsten Erhebung, dem Cadin di Toro (2.386 m), die Duranno-Gruppe (2.652 m) und die Cima Preti (2.706 m).
Die Gegend zeichnet sich auch heute noch durch ihre unberührte Natur aus und wurde bisher weitgehend vor menschlichen Eingriffen verschont, weshalb man hier die Natur in ihrer ganzen Kraft bewundern kann.

Schutzgebiete

Der Naturpark der Friauler Dolomiten wurde 1996 gegründet, um das Naturerbe der Berggruppe auch für die Zukunft zu bewahren, und erstreckt sich in den Provinzen Udine und Pordenone über eine Fläche von ca. 37.000 Hektar; im Park gibt es kein Straßennetz, was maßgeblich zur Erhaltung einer intakten Umwelt beiträgt. Das Gebiet wird von den Tälern Valcellina, Val Tramontina und dem oberen Tagliamentotal eingegrenzt, in seinem Innneren befinden sich die wichtigsten Gipfel des UNESCO-Systems Friulanische Dolomiten und Dolomiti d’Oltre Piave.

Das System beeindruckt durch seine vielfältige Flora und Fauna; besonders erwähnenswert ist die Anwesenheit des Steinadlers, von dem es hier mindestens 10 Nistpaare gibt. Steinadler nisten bekanntlich nur in sehr naturbelassenen Lebensräumen (www.parcodolomitifriulane.it).

Die Tragödie von Longarone

An der südwestlichen Grenze des System kann man auch heute noch den enormen Bergrutsch des Vajont sehen, der aufgrund seiner katastrophalen Folgen in In- und Ausland traurige Berühmtheit erlangt hat. In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Vajonttal mit einer 268 m hohen und somit für die damalige Zeit weltweit größten Doppelbogenstaumauer abgesperrt, um den entstandenen Stausee für die Erzeugung von elektrischem Strom zu nutzen. Schon nach der ersten Probefüllung häuften sich auf der nördlichen Flanke des Monte Toc erste Bergrutsche, bis sich am 9. Oktober 1963 ein 250 Millionen m³ großes Stück des Hanges vom Berg löste und in den Stausee rutschte. Dabei wurde eine 140 m hohe Flutwelle ausgelöst, die über den Damm schwappte und die darunter im Tal liegende Ortschaft Longarone und viele andere Dörfer im Piavetal vollständig auslöschte. Ein Teil der Flutwelle schwappte die umgebenden Berghänge hinauf, zerstörte einige Häuser und tötete Vieh und einige Menschen. Wie so oft wurde auch diese Umweltkatastrophe, die 2000 Menschen das Leben kostete, durch eine desaströse Umweltpolitik und maß- und planlose Ausbeutung des Territoriums verursacht. Auch heute noch trägt die Landschaft die Narben dieser vom Menschen verursachten Umweltkatastrophe und ist ein regelrechtes Freilichtmuseum. Die Katastrophe von Vajont ist ein Mahnmal dafür, wie wichtig es ist, die Naturgüter maßvoll zu nutzen, und sich dessen bewusst zu sein, dass menschliche Eingriffe noch viel größere Kräfte freisetzen können.

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Geologie

Zerklüftete Gipfel und Täler aus Dolomit und Kalkgestein am östlichen Rand der Dolomiten

Dieses Bergsystem wird von Gesteinen dominiert, die aus der Zeit des Trias-Jura-Überganges und somit der Endphase der Entstehung der Dolomiten stammen. Die Versteinerungen in der Region zeugen von einer ganz besonderen Entwicklung des südöstlichen Abschnitts der Dolomiten. Die Gesteinsabfolge wird von stark geneigten Verwerfungen durchzogen, durch die sie unterbrochen wird; Überschiebungen der verschiedenen Schichten komplizieren das geologische Bild zusätzlich. Das Dolomitgestein (Hauptdolomit), das sich gegen Ende der Trias in einer großen Gezeitenebene ablagerte, ist am häufigsten anzutreffen. Hier kam es schon früh zu einer Beckenbildung mit geringer Sauerstoffzirkulation (Forni-Dolomit). Im System wurden viele Dinosaurierspuren aus der oberen Trias gefunden.

Im Val di Suola findet man Versteinerungen, die aus der Zeit der jurassischen Absenkung stammen. In seinen westlichsten Sektoren überwiegen Jura- und Kreidegesteine, die eng mit den Entstehungsphasen der Friaulischen Ebene in Verbindung stehen. 

Die Tiefseeablagerungen aus dem Jura (Soverzene, Igne, Vajont, Fonzaso, Rosso Ammonitico Formationen) sind meist aus Kalkgestein und formen das Dof-Najarda-Gebiet westlich von Cimolais, den Gipfel des Cellina und die Spitzen des Raut-Massivs. Die jüngsten Gesteine aus der Kreidezeit und aus dem Paläozän-Eozän sind auf ein begrenztes Gebiet in der Talsenke der Cellina-Region beschränkt.
Das System ist schließlich auch sehr wichtig, um mehr über die Entwicklung der Dolomiten im Quartär zu erfahren: dazu tragen fossile Seeablagerungen in den Gletscherseen ebenso bei wie der zementierte Sander der Schwemmkegel und andere sehr gut erhaltene Ablagerungen der späten Eiszeit (Val Zemola).

Geomorphologie

Die geomorphologischen Verhältnisse dieses Systems beruhen vorwiegend auf dem komplexen Verlauf der Falten und Verwerfungen und auf den unterschiedlichen Gesteinsabfolgen; das System befindet sich am südlichen Rand der Bergkette, wo die Verformungen der Erdkruste aufgrund der tektonischen Bewegungen schon immer intensiver waren und heute noch sind. Die Ausrichtung entlang einer Nordost-Südwest-Achse der wichtigsten Bergrücken (Cridola, Busca, Duranno, Preti, Pramaggiore, Cornagiet), ihre asymmetrische Geometrie mit den im Vergleich zu den steilen Südwänden weniger steilen Nordflanken und der Verlauf der wichtigsten Täler (Vajonttal, Cimolianatal und Settimanatal) spiegeln die Neigungswinkel der Schichten und die zahlreichen und wichtigen Deckenüberschiebungsflächen wider.

Felstürme und Felsnadeln sind dort bereichernde Landschaftselemente, wo die Schichtfolge oder wenig geneigte Deckenüberschiebungsflächen vertikale tektonische Bruchlinien kreuzen (Cridola, Monfalconi, Spalti di Toro). Nicht von der Erosion längs der tektonischen Schwächelinien, die von den Bruchlinien verursacht werden, betroffen, erhebt sich der imposante und einzigartige Campanile di Val Montanaia über das gleichnamige Tal.

Die meisten Oberflächengesteine sind mächtige und zähe Kalkstein- oder Dolomitbänke, die der Landschaft ein strenges, schroffes Aussehen verleihen.

Eine weitere besondere Sehenswürdigkeit sind die Libri di San Daniele (Bücher von San Daniele) auf dem Bergrücken zwischen dem Monte Piave und dem Monte Sterpezza; es handelt sich um enorme Felsplatten, einzeln übereinander gestapelt wie die Seiten eines Buches und entstanden durch selektive Erosion der tonigen Bestandteile.

Interessante eiszeitliche Ablagerungen findet man vor allem in den seitlichen Hängetälern (Val Zemola, Val Montanaia u.a.). Zur Zeit sind die wichtigsten landschaftsformenden Prozesse die Frosteinwirkung und die Modellierung der Landschaft durch Wildbäche. Der Frost/Tau-Wechsel, dem die von der Störungslinie zerklüfteten Wände ausgesetzt sind, begünstigt die Bildung ausgedehnter Schutthalden und –kegel und die Aufschüttung der Talböden. In anderen Gebieten graben sich die Wildbäche tief in das Substrat ein und bilden tiefe Schluchten. Auch Felsstürze sind sehr häufig, wie der Felssturz vom Monte Salta, der der Dorf Casso bedroht, der Felssturz von Pineda und der tragische Bergsturz des Vajont bezeugen.

Dolomiti Project

Museen zwischen Natur und Kultur

In den Friulanischen Dolomiten und den Dolomiti d’Oltre Piave hat der interessierte Besucher zahlreiche Gelegenheiten, um Wissenswertes über die Umwelt, die Naturgeschichte, die Traditionen und die Kultur der Region zu erfahren. Neben den Besucherzentren des Naturparks der Friauler Dolomiten mit ihren zeitweiligen und dauerhaften Ausstellungen gibt es auch noch viele andere Museen und Ausstellungsstätten.

Im Naturpark der Friauler Dolomiten wurden mehrere Besucherzentren eröffnet, die Dauer- und zeitweilige Ausstellungen zu parkspezifischen Themen oder anderen Themen über das Leben der Menschen in den Dolomiten und ihre Traditionen organisieren. Das Besucherzentrum in Cimolais informiert vor allem über die Fauna des Naturparks, das Besucherzentrum in Andreis hingegen über die Vogelwelt der Region. Die Besucherzentren in Forni di Sopra und Forni di Sotto behandeln die Flora des Naturparkes, das Besucherzentrum in Tramonto di Sopra dessen Wasserwelt. Mit den beiden Dauerausstellungen “Die Käsereikunst und das Almwesen im Naturpark” und “Auf dem Berg: Die Almen des Naturparks” möchte das Besucherzentrum in Poffabro auf die Traditionen, die Geschichte und die wirtschaftliche Entwicklung der Region aufmerksam machen. Die Besucherzentren in Erto und Casso befassen sich in erster Linie mit der Katastrophe von Longarone.

Die Freunde der Ur- und Frühgeschichte kommen im Fossilienmuseum in Tramonti di Sopra und im Archäologischen Museum in Montereale Valcellina auf ihre Kosten. Das landwirtschaftliche Museum in Forni di Sopra, das  Museum der bäuerlichen Kultur und Kunst in Andreis und Maniago, das Museum Casa Clautana in Claut und das Schmiede- und Messermuseum in Maniago bieten einen Querschnitt durch die ländliche Vergangenheit im Friaul.

Besonders beeindruckend ist das Museum “da li mans di Carlin” in Frisanco. Dort wurden ein komplett eingerichtetes Haus, die Kirche mit ihrem Glockenturm, die Mühle, der Amboss, der Schmelzofen und die Molkerei im Maßstab 1:10 mit alten Baumaterialien und traditionellen Arbeitsweisen nachgebaut.

Vor etwas weniger als 100 Jahren standen sich auch hier italienische und österreich-ungarische Truppen gegenüber und das gesamte Gebiet war ein Kriegsschauplatz; auf den Wanderwegen trifft man immer wieder auf geschichtliche Zeugnisse aus dieser Zeit. Die Straße der Alpini in Claut wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und war im Ersten Weltkrieg Schauplatz blutiger Kämpfe. Sie ist auch unter einem geologischen Gesichtspunkt interessant, da hier Dinosaurierspuren gefunden wurden.

Wanderwege und Exkursionen

Der Höhenweg

Abseits von Verkehr und Zivilisation bieten die Friulanischen Dolomiten und die Dolomiti d’Oltre Piave eine Vielzahl von Wanderwegen, um ein paar ruhige Stunden zu verbringen, atemberaubende Ausblicke zu genießen und lediglich den Geräuschen der Natur zu lauschen.

Durch dieses System verläuft der Dolomiten-Höhenweg Nr. 6, auch „Weg der Stille“ genannt, er führt von der Schutzhütte P.F. Calvi im Comelico bis nach Vittorio Veneto.

Im Anschluss werden zwei Wanderrouten beschrieben, die zu den zwei schönsten Gipfeln des Systems führen.

Casera Roncada und Casera Bregolina Grande

Die Wanderung birgt zwar keine großen technischen Schwierigkeiten, ist jedoch eher lang; für den Hin- und Rückweg benötigt man ungefähr 6 Stunden), daher ist sie eher etwas für trainierte Wanderer.

Der Weg bietet nicht nur interessante Einblicke in die Flora und Fauna des Systems, sondern auch einen einzigartigen Ausblick auf die Spalti di Toro und die Monfalconi-Gruppe. Ausgangspunkt der Wanderung ist Piano Meluzzo (Pian Melùth im Friauler Dialekt) in der Gemeinde Cimolais in der Nähe der Pordenone-Hütte.

Nachdem man das Geröllfeld  Sciol da Mont überquert hat, folgt man dem Wanderweg Nr. 370, der nach einem steilen Aufstieg zu den Almen der Casera Roncada führt. An der Hütte vorbei geht es über die Almwiese quer nach oben bis zur Lama-Scharte und dann weiter bis zur Savalons-Scharte. Von hier aus ist der Umweg empfehlenswert, der bis zum nahegelegenen, grasbewachsenen Gipfel führt, der von der Scharte aus gesehen auf der rechten Seite liegt. Von dort genießt man einen fabelhaften Ausblick nicht nur auf die Friulaner und d’Oltrepiave Dolomiten (Spalti di Toro, Monfalconi mit dem Campanile di Val Montanaia, Duranno-Cima Preti), sondern auch auf andere Gipfel der UNESCO-Dolomiten wie den Pelmo, die Civetta, die Marmolata und den Antelao. Zurück zur Savalons-Scharte, gehen wir den Weg Nr. 370 zurück, der hinunter bis zur Hütte Casera Bregolina Grande führt. Von hier aus kann man auf demselben Weg wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Wanderung zum Campanile di Val Montanaia

Diese Wanderung ist relativ leicht und von jedermann in ca. 3,5 Stunden zu schaffen.

Ausgangspunkt der Wanderung ist die  Pordenone-Hütte im wunderschönen Cimolianatal in der Gemeinde Cimolais. Die Hütte liegt ca. 10 Gehminuten vom Parkplatz am Ende der Schotterstraße entfernt. Von ihr aus folgt man dem Weg Nr. 353 und den Schildern in Richtung Campanile di Val Montanaia und Perugini-Biwak. Die Landschaft ändert sich nun schlagartig, die Vegetation weicht Kies-und Schutthalden, der Anstieg wird nun beschwerlicher, aber die wunderbaren Ausblicke entschädigen für die Mühen. Nach dem Schotterkanal führt der Weg unter Latschenkiefern weiter bis zum Fuß des Campanile, der für viele Kletterer ein berühmtes und sehr beliebtes Ziel ist. Dann geht es weiter zum Perugini-Biwak auf 2.060 m Meereshöhe, von hier aus auf einem nicht besonders gut erkennbaren und stabilen Geröllweg zur Montanaia-Scharte und schließlich zur Cimoliana-Scharte. Von dort kann man entweder wieder auf dem gleichen Weg zurückkehren oder weitergehen und einem Rundweg folgen. Man geht auf dem Weg Nr. 360 weiter, der nach der Scharte durch eine steile, gesicherte Schlucht verläuft (ein Klettersteigset ist zu empfehlen). Der Weg Nr. 360 setzt sich nach der Schlucht fort, man biegt dann aber auf den Weg Nr. 349 ab, bis man wieder bei der Pordenone-Hütte ankommt. 

Dolomitensagen

Auch in dieser Region ranken sich seit Jahrhunderten Sagen und Legenden um die Dolomitenlandschaften, ihre Berge, Wälder und oft auch heute noch geheimnisvolle und undurchschaubare Naturphänomene. Die Dolomiten inspirieren gestern wie heute noch Schriftsteller, Bühnenbildner, Drehbuchautoren und Künstler zu neuen Ideen. Die nun folgende Geschichte stammt aus der Feder des Schriftstellers Mauro Corona. Der Schriftsteller, Bildhauer und Bergsteiger aus Erto beschreibt die Entstehung des Wildbachs Cellina (aus dem Roman “Il canto delle manére”, Mondadori 2009).

“Am Taleingang der Val Chialedina, gegenüber den Monti Muri, floss die Cellina mit ihren grünen und blauen, aber auch gelben und roten Gewässern. Das schönste Gewässer der Welt ist die Cellina, im Herbst ist sie wie ein Fluss aus Blättern, die davonfließen. Cellina war ein junges Mädchen und Cellino ein junger Mann. Jetzt muss man hier wohl eine Pause einlegen und sagen, wer die beiden sind, sonst wird die Geschichte der Val Chialedina verhunzt.

Cellino und Cellina waren zwei sechzehnjährige Hirten. Sie waren ineinander verliebt und hüteten ihre Ziegen auf der Cadin delle More, oberhalb des Fugna-Jochs. Doch der Zauberer Magòr, der ausgerechnet im Cadin unter dem Col Nudo hauste, wurde eifersüchtig. Cellina gefiel ihm und er wollte sie nicht dem Jüngling überlassen. So verwandelte er Cellino durch einen Zauber in einen Felsblock, der heute noch vor dem Dorf steht. Cellina stieg verzweifelt auf den Gipfel des Felsblocks und stürzte sich hinab. Sie starb zwischen den Steinen nahe einer Böschung. Nun versammelten sich die Waldgeister und beschlossen, die zwei Verstorbenen sollten auf immer und ewig zusammen bleiben. Cellina wurde nun in einen Wildbach verwandelt, dessen Wasser in tausend Farben leuchtet und nun für immer zärtlich über das Gesicht des Cellino-Felsens streicht.

Und Magòr? Magòr, der Bösewicht, hat seine Strafe abbekommen. Die Waldgeister haben ihn an den Ohren gepackt und in den Felsen des Col Nudo verpflanzt, damit er dort in alle Ewigkeit bitterlich leide.  Deshalb wird der Berg von den Bewohnern der Ortschaft Claut auch Magòr genannt. Vom Dorf aus kann man zuschauen, wie der Zauberer versucht, sich aus der Felswand zu befreien. Er poltert, tobt, schreit, schnaubt und atmet heftig. Vom Dorf aus schaut es zwar aus wie Nebel, es ist jedoch der Zauberer, der sich aus der Felswand befreien will. Er kämpft und qualmt dabei wie ein Schlot. Nur selten sieht man am Cadin di Magòr keinen Nebel. Und wenn man keinen Nebel sieht, dann macht der Zauberer eine Pause, völlig erschöpft vom Kampf. Seine Strafe ist der ewige Kampf, er wird bis ans Ende der Welt vergebens versuchen, sich zu befreien.

Nach dieser Geschichte haben die Leute die paar Häuser, die am Taleingang stehen, Cellino genannt. Zuvor hießen sie Lastéi, das aus Steinplatten errichtete Dorf.”

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