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Gründungsmitglieder

Die neun Dolomiten-Teilgebiete | Pale di San Martino, San Lucano, Dolomiti Bellunesi, Vette Feltrine

Beschreibung

Mit seiner Oberfläche von 31.666 Hektar ist dieses Bergsystem das zweitgrößte der UNESCO-Dolomiten. Das Gebiet ist sowohl vom landschaftlichen als auch vom geologischen Standpunkt aus sehr abwechslungsreich. Es erstreckt sich über die Provinzen Belluno und Trient und wird im Südosten vom Piavetal, im Westen vom Cismontal, im Norden vom Travignolotal, dem Biois-Tal und dem Agordinotal sowie im Nordosten vom Zoldanatal eingegrenzt.

Von Süden aus trifft man erst auf die Feltriner Dolomiten, deren höchster Berg der Monte Pavione (2.335 m) ist, und sodann auf die Berggruppe des Cimonega-Erera Brendol. Weiter nordwärts befinden sich erst die Monti del Sole mit dem Piz de Mezzodì (2.240 m) und dann die Schiara- (2.565 m) und die Talvenagruppe (2.542 m) mit jener wunderbaren Felsnadel, die als Gusela del Vescovà (Nadel des Bischofs) bekannt ist.

Auf den Monte Pizzocco folgen die Civetta- (3.220 m) und die Moiazza-Gruppe mit den Felstürmen Moiazza-Süd (2.878 m) und Moiazza-Nord (2.865 m) und danach die Palagruppe, auch Pale di San Martino genannt, mit ihren mächtigen Gipfeln, dem Monte Mulaz (2.906 m), der Cima Bureloni (3.130 m), dem Cimon della Pala (3.184m), der Pala di San Martino (2.982 m), der Fradusta (2.939 m), der Vezzana (3.192 m) und dem Sass Maor (2.814 m). Am weitesten östlich die Pale di San Lucano mit dem Monte Agner (2.872 m) und der Cima Burel (2.281 m).

Die Landschaft dieses Bergsystems ist außerordentlich vielfältig: im Süden ist die Szenerie rau, die Gegend ist durchfurcht von tief eingeschnittenen Tälern, über die sich oft überhängende Felswände erheben, während der Norden hingegen eine abwechslungsreichere Landschaft mit alpinen Weiden, Almen bis hin zu nackten Felswänden aufweist. Hier, in den Pale di San Martino, befinden sich einige der weltweit berühmtesten und schönsten Kletterwände und -steige.

Schutzgebiete

Die Landschaft und die natürlichen Lebensräume dieses Bergsystems werden als besonders schützenswert eingestuft. Deshalb wurde ein großer Teil dieses Bergsystems unter Schutz gestellt und auf zwei Schutzgebiete aufgeteilt, den Nationalpark Belluneser Dolomiten und den Naturpark Paneveggio-Pale di San Martino. 

Der Nationalpark Belluneser Dolomiten wurde 1990 ausgewiesen und erstreckt sich im südöstlichen Teil der Provinz Belluno über eine Fläche von 32.000 Hektar. Im Osten und Westen wird der Park von den Tälern der Wildbäche Cismon und Piave eingegrenzt, im Norden reicht er bis zum Val Prampèr und bis ins Untere Agordino. Innerhalb seiner Grenzen liegen die Feltriner Dolomiten, das Cimonega-Erera Brendol-Massiv, die Monti del Sole, die Schiara-Talvena-Gruppe und der Pizzocco. Der Park wurde aufgrund seiner üppigen und seltenen Flora und der faunistischen Vielfalt wegen ausgewiesen und ist von sehr hohem wissenschaftlichen und naturalistischen Wert. Aufgrund seiner intakten Natur ist er auch für Arten wie den Bär und den Wolf, die in den letzten Jahren spontan in das Gebiet zurückgekehrt sind, ein attraktiver Lebensraum. (www.dolomitipark.it)

Der Naturpark Paneveggio-Pale San Martino wurde 1967 eingerichtet und erstreckte sich ursprünglich über eine Fläche von 15.000 Hektar. Über die Jahre wurde er auf die heutigen 19.710 Hektar erweitert. Er liegt im östlichen Teil des Trentino, eingebettet zwischen den Wildbächen Cismon, Vanoi und Travignolo. Im Naturpark liegen die Pala-Gruppe der UNESCO und der schöne Wald von Paneveggio, ein 2700 Ha großes Fichtenwaldgebiet, in dem viele Hirsche leben und das schon Antonio Stradivari einst höchstpersönlich aufgesucht hat, um sich dort das Holz für den Bau seiner weltberühmten Geigen zu besorgen. (www.parcopan.org).

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Geologie

Die größte Insel des dolomitischen Archipels

Dieses weitläufige Bergsystem umfasst Felsschichten aus dem Zeitraum zwischen dem Perm und der Kreide und wird durch die Störungslinie der Valsugana (Leitlinie des Passo Cereda) in zwei Teilflächen getrennt. Das nördliche Teilgebiet umfasst die Pala-Gruppe von San Martino und San Lucano und die Civetta-Moiazza-Gruppe, das südliche Teilgebiet hingegen die Belluneser und die Feltriner Dolomiten, die Brendolgruppe, die Hochebene der Piani Eterni, den Cimonega, die Schiara-Gruppe, Talvena, Pramper und die Cime di San Sebastiano.

Die Pala-Gruppe von San Martino und San Lucano, der Monte Civetta und die Moiazzagruppe

Die stratigraphische Abfolge dieses nördlichen Teils deckt einen Zeitraum ab, der sich vom frühen Paläozoikum bis zum späten Karnium-Norium, also über 150 Mio. Jahre Erdgeschichte erstreckt. Die hier auftretenden Gesteine gehören somit mehrheitlich zur geologischen Geschichte der Perm-Trias und stammen vor allem aus dem Anisium-Ladinium. In den nordwestlich liegenden Schichten, unmittelbar nach der Palagruppe (Veneggia, Vallespass, Rollepass), treten Felsschichten auf, die, ausgehend von den vulkanischen Aktivitäten im heutigen Südtirol und der schrittweisen Abtragung der Gebirge, von der Entstehung des ersten dolomitischen Meeres erzählen. Die beeindruckende Gebirgsgruppe, die neben der Palagruppe von San Martino auch Sektoren des Coldai, Pelsa und Agner und der Palagruppe von San Lucano umfasst, ist der Rest einer einzigen großen Insel des Ladiniums, deren typische Merkmale auch heute noch klar erkennbar sind (Tiefsee-Insel aus vulkanischem Gestein).

Die wichtigsten Ablagerungen vulkanischen Ursprungs häufen sich in den am nördlichsten gelegenen Schichten, während man auf dem Monte Pelsa und auf dem Agner vor allem Gesteine aus der Zeit findet, als die Insel auftauchte; die erodierten Oberflächen und paläokarstischen Erscheinungen der ladinischen Insel bezeugen diesen Vorgang sehr gut. Die Insel diente dann den nachfolgenden Koralleninseln des Karniums als Untergrund. Auf dem Monte Civetta und im östlichsten Sektor des Gebietes treten Ablagerungen zu Tage, die vom Untergang des triassischen Archipels und von der Geburt einer Ebene zeugen, die erst von Flüssen durchzogen und dann im Norium von den Gezeiten geprägt war. Im südlichen Sektor treten in Richtung des Cereda-Passses paläozoische Gesteine aus dem metamorphen Fundament empor, in denen die ältesten Makrofossilien der Dolomiten, 430 Millionen Jahre alte Graptolithen, gefunden wurden.

Geomorphologie

Dieser Sektor wird von der großen Karbonatplattform aus dem Ladinium-Karnium “Pale di San Martino-Agner-San Lucano-Pelsa-Coldai” dominiert, die durch die Erosion der weichen Beckensedimente und der vulkanischen und terrigenen Schichten, die sie bedeckten, wieder freigelegt wurden. Die schwindelerregend hohen Dolomitwände, die diese Berge seitlich abgrenzen, sind die Überreste der uralten unterseeischen Hänge der einstigen Insel, während die ausgedehnten Hochplateaus der Fradusta, von San Lucano und der Pelsa die Umrisse der einstigen Lagune nachzeichnen.

Im Unterschied zur Palagruppe von San Martino-San Lucano und Agner, in der alle jüngeren Gesteinsschichten von der Erosion beseitigt wurden, zeichnet sich die Civetta-Moiazza-Gruppe durch atemberaubende vertikale Steilwände aus, die in die Kalkstein- und Dolomitbänke aus der Obertrias und dem Unterjura geschlagen wurden und auch eine Höhe von mehr als einem Kilometer erreichen können (Nordwand des Civetta-Gipfels, Südwand des Moiazza-Gipfels).

Die Bergkämme und die lockere Verteilung der zahlreichen Felstürme, Gesteinszinnen und Felsnadeln spiegeln den fast vertikalen Verlauf der Bruchlinien und Verwerfungen wider, die das Bergmassiv durchqueren. Auch das Gewässernetz folgt den tektonischen Bruchlinien, über die zahlreiche und wenig ausgebildete Rinnen und tief eingeschnittene Täler verlaufen (Garestal, Canalital, Corpassatal). Besonders die steil aufragenden Felswände, die das San Lucano-Tal einschIießen und im Fall der Nordkante des Monte Agner über 1.000 m hoch auftragen, verlaufen längs eines vertikalen Verwerfungssystems in Ost/Nordost-West/Südwest-Richtung. Zahlreich sind die durch die klimatischen Verhältnisse bedingten Erosionsformen und Ablagerungen, die auf vorzeitliche Vergletscherung zurückzuführen sind, wie Kare, Nunatakker, Rundhöcker, Hängetäler, Moränenränder und Findlinge. Es existieren noch einige Gletscher, die jedoch sehr schnell abschmelzen (Travignolo und Fradusta auf dem Pala-Massiv, Cristallo und Giazzer auf dem Civetta-Massiv).

Die weit verbreiteten Nivomoränen und Blockgletscher und die ausgedehnten Schutthänge und –kegel, die sich zu Füßen der Wände anhäufen, zeugen vom rezenten landschaftsformenden Einfluss der Glazialerosion in diesem Teil der Dolomiten.

Fels- und Bergstürze sind sehr häufig und führen zur Entstehung kleinerer und größerer Schutthalden. Im Dezember 1908 ereignete sich an der Südwand der Palagruppe von San Lucano ein Bergsturz, der die beiden Dörfer Prà und Lagunaz zerstörte und 28 Menschen tötete.

Auf den Hochplateaus der Fradusta und der Pelsa und in Van della Moiazza und Van delle Sasse häufen sich karstige und glaziokarstige Landschaftselemente wie Karren und Dolinen.

Feltriner Dolomiten, die Brendolgruppe, die Piani Eterni, der Cimonega, die Schiara-Gruppe, Talvena, Pramper und die Cime di San Sebastiano

Dieser südliche Sektor zeichnet sich durch eine dicht gepackte, zeitlich kontinuierliche Gesteinsserie aus, deren älteste Gesteine aus dem Ladinium (Schlerndolomit) und jüngste Gesteine aus der Kreidezeit (Roter Schiefer) stammen und deren Entstehungsgeschichte sich somit über einen Zeitraum von circa 165 Millionen Jahre erstreckt. Ausgehend vom Westen kann man auf einer Wanderung entlang der Feltriner Dolomiten einen einzigartigen Blick auf den Südrand des Jura der Trientner Ebene werfen, der Fossilien von seltenen Kalk- und Kieselschwämmen aufweist. Die Gipfel der Feltriner Dolomiten (aber auch jene Gipfel, die das Hochplateau der Piani Eterni umgeben) stammen aus der Kreidezeit, bestehen aus Kreidekalken und Rotem Schiefer und wurden von der Erosion besonders bizarr geformt.
Die Cimonega- und die Pizzocco-Gruppe sind typische Dolomitgesteine, und auch auf dem Piz de Sagron tritt Dolomit-Gestein an die Oberfläche, das zum Riffsaum der großen Insel der Palagruppe von San Martino gehört, die von einer wichtigen Störungslinie, der Valsuganalinie, durchschnitten und von jüngeren Gesteinsschichten überlagert wurde.

Zwischen den unzugänglichen Wänden der Schiara- und der Talvenagruppe kann man dem Verlauf der Bruchebenen folgen, entlang derer sich die große Gezeitenebene zusehends abgesenkt hat, beginnend beim Dolomitgestein (Hauptdolomit), das in der Region der Gipfel von San Sebastiano, Pramper und Moiazza dominiert.

Ausgehend von der Schiara-Gruppe bis hin zu den Senken der Van de Zità sind im südöstlichen Sektor die Spuren jener tektonischen Aktivitäten noch deutlich erkennbar, die die Region im Mesozoikum erschütterten und die jurassische Absenkung im Jura und die Öffnung des Belluneser Beckens verursachten.

Geomorphologie

Der nördliche Teil dieses Sektors weist das charakteristische Profil der Zentraldolomiten auf: isolierte Bergmassive und Bergrücken, unterbrochen von zerklüfteten Felstürmen und Bergkämmen, die sich abrupt über fast ebene Hänge erheben. Der südliche Teil hat eher präalpine Züge: kaum zugängliche, längliche Bergrücken, mit bewaldeten Abschnitten, überragt von sanft gerundeten und bewachsenen Hügeln, umgeben von tief eingeschnittenen Tälern und Schluchten.

Diese Landschaft ist stark von der Valsugana-Linie geprägt, durch die die homogeneren und kompakten Formationen der Trias, des Jura und der Kreide der Feltriner Dolomiten, der Brendolgruppe, der Sonnenberge, der Schiara- und der Talvena-Gruppe von der gegliederten Schichtfolge der mittleren und oberen Trias zwischen Pramper, den Cime di San Sebastiano und der Cimonega-Gruppe überlagert wurden.

Eine weitere geomorphologische Besonderheit ist die Gusela del Vescovà (“Nadel des Bischofs”), eine sehr bekannte Felsnadel, die ihre Form den vertikalen Bruchlinien verdankt, die die Schichtenfolge der Schiara-Gruppe durchziehen.

Im Bereich stärker ausgeprägter Verwerfungen und/oder in Gebieten, in denen die Schichtfolgen in Folge der Hebung der Alpen vertikal aufgeschoben wurden, sind tiefe Schluchten entstanden (Vescovà-Tal, Val di Piero, Val Ru de Mulin, Grisoltal und Maè-Tal). Bemerkenswert ist auch die mächtige, über 1.000 m hohe und senkrecht abfallende Westwand des Monte Burel.

Die Kalkformationen des Jura und der Kreide weisen sowohl an der Oberfläche als auch im Untergrund eine Vielzahl interessanter Kalkphänomene (Hochebenen Piani Eterni und Busa delle Vette) auf, die zahlreiche Höhlenforscher anziehen.

Zahlreich sind auch die Landschaftselemente der vorzeitlichen Vergletscherung wie die Seitenmoränen des Pramper-Tals, die Glazialablagerungen des Canzoi-Tals, der Kar Cimia und die Kare der sogenannten “Buse” der Feltriner Dolomiten, und die Spuren, die der Wechsel zwischen Frost- und Tauperioden (Schuttkegel und Flanken des Pramper-Tals, Blockgletscher der Feltriner Dolomiten) hinterlassen hat.

Aufgrund der sehr hohen Reliefenergie finden im gesamten Gebiet zahlreiche Hangbewegungen statt. Diesbezüglich sei an die Felsstürze und Murgänge des Pramper-Tals und den gewaltigen späteiszeitlichen Felssturz des Monte Peron erinnert, dessen gewaltige Schuttablagerungen, die Masiere di Vedana, den Lauf des Wildbaches Cordevole aufstauten.

Dolomiti Project

Museen zwischen Natur und Kultur

In der Region des Pala-Gebirges von San Martino und von San Lucano, der Belluneser und der Feltiner Dolomiten gibt es einige Museen und Ausstellungsräume, die interessante Einblicke in die wertvollen Naturlandschaften dieser Gegend und in das Alltagsleben der Einheimischen früher und heute erlauben. In den Besucherzentren der zwei Naturschutzgebiete des Systems erfährt der Besucher viel Wissenswertes über die natürlichen Lebensräume des Gebietes, die Umweltbedingungen, Flora und Fauna, aber auch über die kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, die das Leben der Menschen in dieser Bergregion bestimmen.

Die Besucherzentren des Nationalparks der Belluneser Dolomiten sind folgende: das Ethnographische Museum der Provinz Belluno, das Zentrum für Umwelterziehung La Santina (Cesiomaggiore), das Besucherzentrum “Menschen der Valle Imperina” mit dem Bergwerksdorf (Rivamonte Agordino), das Kulturzentrum Piero Rossi (Belluno), der botanische Garten Campanula morettina (Sospirolo) und schließlich das Besucherzentrum “il sasso nello stagno” (Pedavena).

Im Naturpark Paneveggio-Pale di San Martino gibt es folgende Besucherzentren: Villa Welsperg, Paneveggio (Tonadico), San Martino di Castrozza und das Ökomuseum von Vanoi in Canal San Bovo.

Im Trentino, in Fiera di Primiero, kann man den “Palazzo del Dazio“ oder “Palazzo delle Miniere“ (Zoll- und Bergbaupalast) besuchen, ein faszinierendes, im spätgotischen Stil gebautes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das seinerzeit Sitz des Bergrichters war. In den ersten beiden Stockwerken befindet sich das Museum für Völkerkunde und Volkskultur, während auf dem Dachboden oft Kunstausstellungen organisiert werden.

Das UNESCO-System erstreckt sich über den größten Teil der Provinz Belluno, es beginnt im Süden mit den beiden Kunststädten Belluno und Feltre und reicht bis zu Ortschaften des Agordino- und des Zoldanatales. Wichtige Museen und kulturelle Einrichtungen, um mehr über die Geschichte der Region und über das Kulturleben in der Region zu erfahren, sind die folgenden: das Museo Civico (Stadtmuseum), die Galerie für moderne Kunst Carlo Rizzarda und das Museo Diocesano di Arte Sacra (Diözesanmuseum für Sakralkunst) in Feltre. Sehenswert sind auch das Museo Civico in Belluno und das Museo Augusto Murer in Falcade. Viele interessante Einblicke in die handwerklichen Traditionen des Gebiets erhält man in den Ausstellungen über die Stuhlmacher in Gosaldo und Rivamonte, im Brillenmuseum in Agordo, im Molkereimuseum in Canale d`Agordo, im Eisen- und Nagelmuseum in Forno di Zoldo und im ethnographischen Museum in Zoppè di Cadore.

Wer sich für Geologie und Mineralien interessiert, sollte dem Museum Umberto Follador für Geologie und Mineralogie in Agordo einen Besuch abstatten, während Radsportbegeisterte nicht vergessen sollten, das Fahrradmuseum Toni Bevilacqua in Cesiomaggiore zu besuchen. Etwas außergewöhnlicher ist das Museo delle Zòche (Museum der Baumskulpturen) in San Gregorio. Geschichteinteressierten empfehlen wir den Besuch des Historischen Museums des 7. Alpini-Regiments in Sedico.

Wanderwege und Exkursionen

Der Höhenweg

Das Bergsystem wird von einigen Höhenwegen durchquert, die man etappenweise begehen kann und die längs ihres gesamten Verlaufs Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten bieten. Der Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 verläuft vom Pragser Wildsee bis hinunter nach Belluno und quert die Civetta-, Moiazza- und Schiaragruppe. Der Höhenweg Nr. 2 beginnt in Brixen, endet in Feltre und verläuft durch die Palagruppen von San Martino und San Lucano und durch die Feltriner Dolomiten. Wir möchten hier lediglich zwei Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten beschreiben.

Überquerung der Hochebene der Palagruppe von San Martino

Diese Wanderung ist nicht sehr anstrengend, wenngleich man vor allem während der Überquerung des Gletschers und beim Begehen mehrere Geländeabschnitte, die auch im Sommer schneebedeckt sein könnten, besonders vorsichtig sein sollte.

Ausgangspunkt der ungefähr fünfstündigen Trekkingtour ist die Pedrotti-Hütte in Rosetta auf ca. 2.581 m Höhe, die man bequem mit der Seilbahn von Sankt Martin am Sismunthbach (San Martino di Castrozza) erreicht. Der hier beschriebene Weg wird am häufigsten begangen und bietet wunderbare Aussichten.

Von der Hütte aus geht man auf dem Weg 709 ca. 30 Minuten lang in Richtung Osten und biegt dann links auf den markierten Weg 707 ab. Man durchquert eine öde Ebene und achtet sehr darauf, die Wegmarkierungen nicht aus den Augen zu verlieren. Nach rund einer Stunde erreicht man eine Weggabelung, von der ab man dann dem Weg 766 hinab in Richtung Col di Prà folgt. Während man am Rand der Hochebene oberhalb dem Val d`Angheràz entlang wandert, genießt man eine atemberaubenden Aussicht auf den Sass de la Caore, die Croda Granda und den majestätischen Agnèr. Man geht rechts weiter, folgt dem Weg und überquert ein Karrenfeld, über das man zuerst die Forcella del Miel und dann den Canali-Pass erreicht. Von dort gelangt man dann zum Hauptweg zurück. Der Pass bietet einen malerischen Ausblick über die Gipfel der südlichen Kette der Palagruppe von San Martino. Man kann nun über den Hauptweg zum Ausgangspunkt zurückkehren; vom Fradusta-Pass aus kann man zum Fradustagletscher hinaufsteigen und von dort aus über eine schneebedeckte Piste mit leichter Steigung den Gipfel erreichen, der ungefähr zwei Wegstunden von der Pedrotti-Hütte in Rosetta entfernt ist.

Eine andere Variante ist der Abstieg über den Weg Nr. 707 vom Canali-Pass aus; sobald man die Kiesfelder des oberen Canali-Tal erreicht hat, geht man in Richtung der Alberghet- und der Coro-Spitze weiter. Über sich die steilen Felswände der Cima Sant’Anna steigt man weiter hinab, bis man zu einem möglicherweise schneebedeckten Schotterfeld kommt; von hier aus erreicht man nach einigen Minuten Wanderung durch den Wald die Treviso-Hütte im Canali-Tal.

Die Überquerung der Civetta

Diese lange Wanderung eignet sich eher für geübte und gut trainierte Wanderer und dauert ca. 6,5 Stunden.

Ausgangspunkt der Wanderung ist die Schutzhütte Capanna Trieste, die man von der Ortschaft Listolade aus auf der Straße SR203 erreicht. Das Auto kann man hier stehen lassen, es geht nun zu Fuß eine Schotterstraße hinauf, die schnell steiler wird. Man folgt nun den Schildern in Richtung Vazzoler Hütte, geht an den Abzweigungen zur Carestiato-Hütte und zur Moiazzagruppe vorbei und erreicht schließlich den Pian de la Taie, der von dem majestätischen Gipfel der Torre Trieste überragt wird. Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Torre Venezia und den Monte Alto di Pelsa. Nachdem man die Vazzoler Hütte passiert hat, geht es weiter bis zur Fraktion Ca‘ Favretti; hier angekommen, folgt man nun dem Weg 560, der zur Hochebene der Piani di Pelsa führt und steigt dann weiter hinauf zum Pelsa-Sattel (Sella di Pelsa). Über Weiden und an Latschenkiefern vorbei überquert man eine weite Hochebene, von der aus man nun zum ersten Mal die Nordseite des Civetta erblicken kann, ein Berg, der zu den beliebtesten Gipfeln vieler Alpinisten gehört. Nachdem man an einigen typischen Holzschobern vorbei gekommen ist, erreicht man die Tissi-Hütte, den höchsten Punkt der Wanderung. Lohnenswert ist die Wegvariante über den Gipfel des Col Rean; von hier oben ist der Ausblick auf das Cordevole-Tal, den Alleghe-See, auf den Pelmo und auf die Civetta-Spitze einfach umwerfend. Es lohnt sich also ganz bestimmt, ein paar Minuten Zeit für den Umweg in Kauf zu nehmen, um den Gipfel des Berges zu erreichen.

Über Geröllhalden kehrt man auf den Hauptweg zurück und erreicht die Weggabelung, die zum Coldai-See und zur Sonino-Hütte in Coldai führt. Von hier aus überblickt man das Zoldana-Tal und kann den Pelmo und die Ostseite der Civetta mit der Torrani-Hütte, die sich fast auf dem Gipfel befindet, bewundern. Über den Weg 556 geht es nun rasch hinunter zur Forcella di Alleghe, die das Agordinotal mit dem Zoldanatal verbindet. Dann folgt man links dem Weg 564. Man spaziert nun auf Wegen, die im Winter als Skipisten dienen, und erreicht die Piani di Pezzè. Von hier aus geht es mit der Seilbahn, mit dem Auto oder zu Fuß durch den Wald ins Tal zurück.

Dolomitensagen

Seit jeher haben die Menschen in den Dolomiten durch Sagen versucht, unerklärliche und erschreckende Naturphänomene oder auch bestimmte Namen für Orte oder Berge zu erklären. In der nun folgenden Geschichte wird erklärt, wie die Bezeichnungen “Gusela del Vescovà“ und „Schiara“ entstanden.

Die Gusela del Vescovà , auf deutsch “Nadel des Bischofs”, ist eine beeindruckende Felsspitze, die sich vom Massiv der Schiara absetzt und sich in den Himmel erhebt. Ihre außergewöhnliche Form gab im Laufe der Jahrhunderte Anlass zu den fantasievollsten Erklärungen. Eine der bekanntesten ist wohl jene, nach der Noah genau diese Felsnadel ausgesucht hat, um seine Arche festzubinden. Andere Geschichten berichten darüber, dass sich auf dem Gipfel der Gusela die Hexen zum Tanz treffen und die Seelen der Verdammten, die an Feiertagen auf die Jagd gegangen sind, mit sich schleifen.

Auch der Name Schiara hat wohl christliche Wurzeln. Der Heilige Martin, Schutzpatron der Stadt Belluno, kam aus der Schweiz in die Gegend von Agordo und machte auf einem Berg mit hellem und leuchtenden Gestein Halt, von dem aus er über die Gletscher der Dolomiten hinweg bis zur Adria blicken konnte. Dieser Ort gefiel dem Heiligen Martin so sehr, dass er beschloss, sich öfters hierher zu begeben, um sich zum Gebet zurück zu ziehen und um von hier aus die Diözese zu betrachten, die ihn später zum Namenspatron auswählen würde. Den Berg bestieg er immer auf dem Pferd, das er an einem Eisenring, der “s`ciara” festband. „S`ciara“ bedeutet im bellunesischen Dialekt Ring bzw. trauring. Der Eisenring verwandelte sich eines Tages auf wunderbare Weise in Gold. Aus diesem Grund nannten die Bewohner den Berg “s`ciara de oro”, woraus dann “Schiara” wurde.

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