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Die neun Dolomiten-Teilgebiete | Pelmo, Croda da Lago

Beschreibung

Das Bergsystem Pelmo-Croda dal Lago erstreckt sich über eine Fläche von 4.344 Hektar und liegt zur Gänze in der Provinz Belluno. Es verläuft in nordwestlich-südöstlicher Richtung und wird im Osten vom Boitetal, im Süden von den Tälern Val di Zoldo und Val Fiorentina, im Westen vom Codalongatal und von der Val Costeana im Norden begrenzt. Die Berggruppe wird vom Monte Pelmo überragt und gehört zu den schönsten und meist gepriesenen Gebirgssystemen in den Dolomiten. Der Monte Pelmo hat eine ungewöhnliche Form, die an einen riesigen Stuhl erinnert, weshalb er auch Caregon del Padreterno genannt, was so viel wie „Thron Gottes“ bedeutet. Der Sage nach hat sich Gott, nachdem er die Dolomiten erschaffen hatte, auf den Monte Pelmo gesetzt, um sich auszuruhen und um sein Werk zu bewundern. Der Monte Pelmo ist als erster bezwungener Berg der Dolomiten in die Geschichte des Alpinismus eingegangen; er wurde erstmals 1857 durch den irischen Alpenpionier Sir John Ball bestiegen.

Doch man kann hier nicht nur den Monte Pelmo bewundern, nein, die gesamte Pelmo-Gruppe bietet einen atemberaubenden Anblick, und nicht umsonst ist sie eine der bekanntesten Dolomitenregionen. Besonders die Aussicht von der Passhöhe des Passo Giau in Richtung der Croda del Lago ist wohl eines schönsten Panoramen der Dolomiten.

Das Bergsystem ist zwar nach seinen beiden bekanntesten Gipfeln benannt, setzt sich aber aus mehreren Bergmassiven zusammen. Eine niedrige Hügelkette, die sich entlang einer Nord-Süd-Achse erstreckt und den Col della Puina sowie den Col Roan einschließt, trennt die Gruppe um den Pelmo (3.168 m) und den Pelmetto (2.990 m) von den Spitzen Lastoi di Formin (2.657 m), Rocchetta (2.469 m) und Croda da Lago (2.701 m). Hier befindet sich auch die Gruppe des Monte Cernera (2.657 m) mit dem Rio dei Loschi, der Forcella Giau und dem Rio Mondeval, dem Corvo Alto (2.455 m), dem Verdal (2.491 m) und dem Col Piombin (2.313 m).

Geologie

Der triassische Archipel vor, während und nach dem Zeitalter der ladinischen Vulkane

Dieses System bietet seinen Besuchern 100 Millionen Jahre Erdgeschichte ohne jegliche Unterbrechung. Der Monte Cernera beherbergt die ersten Spuren der triassischen Formationen und ihrer Entwicklung während des Ladiniums. Die Kapitel über die ersten Trias-Formation beschreiben im Detail, wie die Schwankungen des Meeresspiegels für das zeitweise Auftauchen des Bodens verantwortlich waren und die Formationen, einmal freigelegt, erodiert worden sind.
Die Geschichte der Entwicklung des Archipels ist auf den höchsten Stellen des Monte Cernera aufgezeichnet; hier liegt ein biogenes, von Kleinorganismen aufgebautes Felsenriff aus dem späten Anisium. Deutlich erkennbar ist der Übergang zwischen dem Riffkörper und den Sedimenten der Tiefseeumgebung und die Geometrie, die von der sukzessiv erfolgten Überlagerung durch vulkanisches Material und der ursprünglichen Dreidimensionalität hinterlassen wurde.
Wie in einer Erzählung ohne Unterbrechungen setzt sich die Geschichte der Gesteinsformation mit den Lastoni de Formin und den Rocchette fort. Diese großen Karbonatplatten erzählen eine Geschichte über Inseln, die aus den Überresten kleiner Riffbauer aufgebaut wurden, die am Ende der vulkanreichen Mitteltrias und während der anschließenden Befüllung der Meeresarme zwischen den Inseln (Untergang der karnischen Inselgruppe) das Meer besiedelten. In diesen Gesteinen wurden Spuren von Sauropoden und ersten Dinosauriern gefunden. In Gesteinen auf dem Monte Penna, die während des gleichen Zeitraumes entstanden sind, gibt es Bernsteinvorkommen mit eingeschlossenen Insekten und den ältesten je erforschten Milben. Am Fuße des Monte Pelmo findet man jüngere Gesteine, und auch hier (Pelmetto) finden sich zahlreiche Dinosaurierspuren.
Der mittlere Abschnitt des berühmten Massivs besteht wie auch im Fall der Croda da Lago aus Felsen (Hauptdolomit) aus der Zeit der Gezeitenebene, die das Landschaftsbild am Ende der Trias prägte, während der obere Abschnitt aus Gesteinen aus der Zeit des ausgehenden Trias besteht, als die gesamte Region begann, abzusinken. Hier wurden kürzlich Fußabdrücke von Dinosauriern gefunden, die bisher die höchsten sind, die man je gefunden hat. Das Bergsystem ist auch aufgrund eines mesolithischen Fundes – der Mann aus Mondeval – auf der Hochebene des Mondeval von großer Bedeutung; das weiche Beckengestein vulkanischen Ursprungs dieser schönen Hochebene wurde durch tektonische Verschiebungen und Gletscherbewegungen geformt. Einige der Findlinge, die auf dem Mondeval verstreut sind, wurden von nomadischen Jägergruppen als Grabstätten genutzt.

Geomorphologie

Das System “Pelmo-Croda da Lago” ist aufgrund seiner hohen geomorphologischen Vielfalt auch weltweit gesehen ein wahrhaftiges Juwel; seine zahlreichen, leicht zugänglichen morphostrukturellen und morphoklimatischen Elemente ziehen zahlreiche Wissenschaftler an, die hier vor allem paläoklimatische und geomorphologische Forschung betreiben.

Die Formen des Skeletts (strukturelle Morphologie)

Der kontinuierliche Wechsel zwischen in Kalkgestein und Dolomit gehauenen Platten und Massiven (Monte Cernera, Lastoni di Formin, Piz di Mezdì, Croda da Lago, Rocchette, Monte Pelmo, Monte Penna) und grünen, sanft gewellten Satteln und fast ebenen Hochflächen auf einem Untergrund aus Tongestein und vulkanischem Material (Giauscharte und Giaupass, Staulanzapass, Forcella di Roan, Forcella della Puina, Mondeval-Hochebene, Campi di Ru Torto) spiegelt die komplexe stratigraphische Architektur des Systems wider.
Die Gipfelplateaus der Lastoni di Formin und des Monte Penna, die Stufenform der Formin-Croda da Lago-Gruppe und die Felsbänder auf den steilen Hängen des Monte Pelmo und der Südseite des Cernera sind wunderschöne Beispiele für die selektive Erosionseinwirkung auf Gesteinsformationen unterschiedlicher Härte. Der Verlauf der wichtigsten Felswände, der tiefe Riss zwischen dem Monte Pelmo und dem Monte Pelmetto und die Spalten, die die Flanke des Becco di Mezzodì und den Kamm der Croda da Lago in zahlreiche Felsnadeln und Felstürme auftrennen, zeichnen die tektonischen Linien nach, die das Felsmassiv durchziehen.
Monte Pelmo: großartige Kare glazialen und karstigen Ursprungs formen das aus Kalkgestein gebildete Gipfelplateau (glazio-karstige Morphologie).

Das Klima als Landschaftsformer (klimatische Geomorphologie)

Zur Zeit gibt es im Gebiet nur einen Gletscher, den kleinen Val d’Arcia-Gletscher, der von Gesteinstrümmern bedeckt ist. Das Gebiet von Mondeval de Sora und de Sotto zeichnet sich durch zahlreiche späteiszeitliche, 12.000 bis 15.000 Jahre alte Moränenränder, Findlinge und durch Eiserosion entstandene Blockgletscher und Nivomoränen aus.
Die geometrischen Schuttkegel und die ausgebreiteten Hänge zu Füssen der steilsten Wände sind zusammen mit den häufigen Murgängen, die große Materialmengen durchmischen, Zeugen des Schwerkrafteinflusses, der unterstützt vom Wechsel der Frost- und Tauperioden das wichtigste landschaftsmodellierende Element ist. Es ereignen sich immer häufiger größere und kleinere Felsstürze vor allem im Bereich der steilsten und zerklüftetesten Bergwände; erst vor kurzem (2011) ging von der Nordwand des Pelmo ein großer Felssturz mit tragischen Ausgang ab.
In prähistorischen Zeiten lösten sich zwei enorme Felsstürze vom Monte Pelmo und und stürzten ins Tal (Bergstürze von Mareson und Palafavera). Die Lastoni di Formin sind ein sehr anschauliches und gut untersuchtes Beispiel für eine seitliche Blockdriftbewegung (lateral spreading), ein sehr komplexes geomorphologisches Phänomen: riesige Massen kompakten Dolomitgesteins, die von ausgedehnten tektonischen Bruchlinien eingegrenzt werden, rutschen sehr langsam auf stärker deformierbaren Tonschichten talwärts und verformen sich, bis sie zerbrechen. Sehr interessant sind auch die Strukturen karstigen und karstig-glazialen Ursprungs des Monte Pelmo, die in jüngerer Zeit immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und speläologischer Expeditionen waren.
Die Berglandschaft des Monte Pelmo ist ein einzigartiges Beispiel für ein Gebiet, das gleichzeitig mit geologischen, geomorphologischen und archäologischen Superlativen aufwarten kann und als solches geschützt und aufgewertet werden muss.

Dolomiti Project

Museen zwischen Natur und Kultur

Auf den Wanderwegen des Bergsystems Pelmo-Croda da Lago trifft man auf interessante Zeugnisse längst vergangener Zeiten, als in dieser Gegend noch Dinosaurier lebten. Zu Füßen des Lastoi di Formin und des Pelmetto finden sich tatsächlich zahlreiche Spuren der Dinosaurier in den Dolomiten.
Neben den paläontologischen Zeugnissen gibt es auch sehr interessante Funde aus rezenteren Epochen. Aus der Mittelsteinzeit stammt die Fundstelle in Mondeval de Sora (2150 m ü.d.M.) in der Gemeinde San Vito di Cadore. In einem Gletscherbecken wurde eine Grabstätte mit dem Leichnam eines Jägers samt reichhaltigen Grabbeigaben gefunden. Angesichts der relativ großen Meereshöhe handelt es sich um einen außergewöhnlichen Fund.
Um mehr über die früheste Geschichte einer so bedeutenden und faszinierenden Region zu erfahren, empfiehlt sich der Besuch des Heimatmuseums Museo Civico della Val Fiorentina “Vittorino Cazzetta” in Selva di Cadore. Hier kann man in der geopaläontologischen Abteilung auf einer Nachbildung des Monte-Pelmo-Felsens die Fußabdrücke von Dinosauriern bestaunen und mehr über die geologische Geschichte der Dolomiten, insbesondere des Fiorentinatals, und die frühesten Lebensformen der Dolomiten erfahren. In der archäologischen Abteilung ist das Skelett des Mannes aus dem Mondeval zusammen mit den Grabbeilagen ausgestellt, die in seiner Grabstätte gefunden wurden. Video- und Diavorführungen und Audioguides helfen dem Besucher, sich ein Bild über das Leben der frühen Bewohner der Dolomiten zu machen. Die Abteilung für Geschichte befasst sich mit dem Leben der Menschen in den Dolomiten ab der späten Jung- und Kupfersteinzeit bis ins Mittelalter, als das Gebiet die Grenze zwischen dem Herrschaftsbereich der Republik Venedig und dem Hoheitsgebiet des Bistums von Brixen war. Besonders interessant ist die Abteilung, die sich mit dem Bergbau im Tal und den Minen von Fursil beschäftigt, welche vom 12. bis ins 18. Jahrhundert hinein in Betrieb waren.
Ein Museum der anderen Art ist das Messner Mountain Museum Dolomites, ein Projekt des Bergsteigers Reinhold Messner in einer Festungsanlage aus dem Ersten Weltkrieg; das Museum befindet sich auf einer Meereshöhe von über 2.000 Metern auf dem Monte Rite (Forcella Cibiana). Die Ausstellung hat die vertikale Welt der Dolomiten zum Thema und erzählt die Geschichte der alpinistischen Erschließung der Dolomiten. (www.messner-mountain-museum.it).

 

Wanderwege und Exkursionen

Der Höhenweg

Die Berggruppe befindet sich genau im Zentrum des Dolomiten-Höhenwegs Nr. 1, der sich über eine Strecke von 125 km erstreckt und an Schutzhütten und Biwaks vorbeiführt, die den Wanderern ideale Rast- und Übernachtungsgelegenheiten bieten. Der Höhenweg führt auf 12 Tagesetappen vom Pragser Wildsee in der Provinz Bozen nach Col Visentin oberhalb Belluno. Auch der Dolomiten-Höhenweg Nr. 3, der von Niederdorf im Pustertal bis nach Longarone führt, verläuft durch die Pelmo-Gruppe. Er wird auch als „Weg der Gämsen“ bezeichnet, da diese Hochgebirgstiere den Großteil der Strecke bevölkern.
Im Anschluss einige Vorschläge für Tagesausflüge, die uns Gelegenheit geben, mehr über die wunderschöne Landschaft und ihre interessante Geschichte zu erfahren.

Die “Strada de la Vena” und die historische “Via Del Ferro” (Eisenstraße)

Es handelt sich um zwei Varianten desselben Themenwegs, die zwar nicht nur erfahrenen Bergsteigern vorbehalten sind, dem Wanderer jedoch trotzdem einiges an Kondition abverlangen.
Die Wanderung beginnt in der Ortschaft Colle di Santa Lucia und führt bis zur Burg Andraz/Buchenstein und in weitere Fraktionen der Gemeinden Livinallongo und Col di Lana. Die Wege stammen aus der Zeit, als im Val Fiorentina eine Reihe von Bergwerken entstand und die bei Fursil gewonnenen Mineralien zu den Verarbeitungs- und Handelsstätten transportiert wurden.
Beide Routen starten in Villagrande, dem Zentrum von Colle Santa Lucia. Von hier aus erreicht man die Ortschaft Costalta und kurz darauf Ru, wo sich zwei heute noch sichtbare Eingänge zu den Bergwerken befinden. Von hier aus können wir uns für einen der beiden Wege entscheiden.
Die “Strada de la Vena” führt bis zum Valparolapass, ins Gadertal und dann zu den Märkten von Bruneck und Brixen. Ausgehend von der Fraktion Pianaz führt der Weg in höhere Lagen und verläuft dann dort weiter: der Wanderweg quert die typische Dolomitenlandschaft mit ihren Wäldern, Weiden und Heuschuppen. Das Ziel ist die Burg Andraz/Buchenstein, welche erst vor kurzem restauriert wurde und jetzt für das Publikum zugänglich ist.
Die zweite Variante ist die historische Eisenstraße, die “Antica via del Ferro”, die durch die Fraktionen Sopradaz, Forcia, Colcuc, Larzonei, Andraz und Cernadoi verläuft, dabei Wiesen und kleine Siedlungen quert und schließlich ebenfalls in höheren Lagen bis zur Burg Andraz/Buchenstein führt.
Beide Wege führen über die Ausläufer des Monte Pore; von hier aus hat man eine großartige Aussicht auf den Monte Pelmo sowie auf weitere Dolomitengipfel wie den Monte Civetta und die Marmolata.

Auf den Spuren der Dinosaurier

Dieser leichte Spaziergang dauert einschließlich Rückkehr zum Ausgangspunkt ungefähr zwei Stunden und bietet nicht nur einen atemberaubenden Ausblick auf die Dolomiten, er verläuft auch auf den Spuren der Dinosaurier, die vor Millionen Jahren die Gegend bevölkerten. Ausgangspunkt für die Exkursion ist der Parkplatz auf dem Passo Staulanza. Von hier aus geht man den Weg Nr. 472 (ein Teilstück des Dolomiten-Höhenwegs Nr. 1) entlang, bis man nach einer wenig anstrengenden Wanderung die Hochebenen des Monte Pelmo erreicht. Hier folgt man den Hinweistafeln und biegt links im Bereich der Südkante des Pelmetto ab; danach geht es auf Geröllhalden ein Stück steil bergauf bis zur Felswand, auf der die Abdrücke dieser gigantischen Tiere erhalten sind.

Dolomitensagen

Die unverkennbare Form des Pelmo, die eindrucksvollen Umrisse der anderen Dolomitengipfel, die Farbenspiele dieser Berge haben in den vergangenen Jahrhunderten die Bevölkerung immer wieder zu Sagen inspiriert. So wird der Ursprung der außergewöhnlichen Form des Monte Pelmo, die an einen steinernen Thron erinnert, in der Sage über seine Entstehung offenbart, und ist eine der vielen Geschichten, die man sich in der Provinz Belluno erzählt. Osvaldo Noro, Lehrer, Dichter, Autor und leidenschaftlicher Kenner der Sprache und Traditionen dieses Teils der Dolomiten, hat diese und andere Sagen in seinem vor allem für Grundschüler verfassten Buch “Il Caleidoscopio” gesammelt.

Caregon del Padreterno

Nachdem Gott alle – oder beinahe alle – schönen Dinge dieser Welt erschaffen hat, stieg er auf die Erde hinunter, um sie aus der Nähe zu bewundern und sich an ihrer Schönheit und an seiner Vollkommenheit zu ergötzen. Als er in Italien ankam, wusste er sofort, dass hier später einmal der Nachfolger von Petrus wohnen würde. Außerdem wollte er das Land schützen und umgab es deshalb an drei Seiten mit dem Meer. Um Italien aber nicht komplett vom Rest der Welt zu isolieren, friedete er das Land im Norden mit einer Bergkette ein und schuf die heutigen Alpen. So wurden die See- und die Ligurischen Alpen erschaffen, die Cottischen, Grajischen, Penninischen, Lepontinischen und schließlich auch die Rätischen Alpen. Am Ende dieser großen Anstrengung drehte er sich um und betrachtete sein Werk. Oh ja, schön waren sie, die Alpen! Die Erhabenheit des Mont Blanc stach hervor, die unglaubliche Schönheit des Matterhorns… aber Gott war noch nicht zufrieden. Er wollte mehr, etwas noch Schöneres. Also kam er auf die Idee, andere Berge zu formen. Nicht besonders hoch, aber auf jeden Fall mit Charakter. Und so begann er, die Dolomiten zu bauen. Er formte sie aus einem anderen Baustoff als bisher – ein Material, das bei Sonnenschein und besonders bei Sonnenuntergang alles in wunderbar rosafarbene und bei Mondlicht in silberfarbene Lichtreflexe taucht. Damit sich die Dolomiten noch mehr von anderen Bergen unterscheiden, stattete Gott sie mit Spitzen, Felskämmen und Felsnadeln aus. Er arbeitete den ganzen Tag. Müde und ausgelaugt wollte sich Gott schließlich bei Sonnenuntergang ausruhen.Aber wohin er auch blickte, er sah nichts anderes als emporragende, zerklüftete Gipfel. In einem letzten Kraftakt beschloss er, das übrig gebliebene Dolomitgestein für den Bau eines steinernen Sessels zu verwenden. Von diesem aus konnte er nun endlich – bequem sitzend -sein Werk bewundern. 
Sein Blick zog sich wohlgefällig von der Marmolata über die Tofane, vom Kristallberg zu den Drei Zinnen, vom Hochweißstein bis zum Antelao… Zufrieden und auch ein wenig müde schlief er ein. Als er aufwachte und sich aus seinem Sessel erhob, wollte er erst den Gipfel wieder aufbauen, überlegte es sich aber dann anders. Dieser Berg sah auch so gut aus. Er störte das umliegende Landschaftsbild nicht. Und die Menschen würden sich bei seinem Anblick immer an jenen Tag erinnern, den Gott in den Alpen verbracht hatte. Dieser Berg, der Monte Pelmo, wird deshalb auch liebevoll Al Caregon de il Padreterno, was so viel wie Thron Gottes bedeutet, genannt.

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